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James Thomas
James Thomas

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Notebooks ohne Netzteil ab 2026

Ab dem 28. April 2026 gelten in der EU neue Vorgaben, die den Notebook-Markt spürbar verändern: Laptops müssen per USB-C geladen werden können. Ziel ist es, vorhandene Netzteile weiterzuverwenden, statt bei jedem neuen Gerät ein weiteres zu kaufen. Das ist der Kern der EU-Common-Charger-Regelung, die ab diesem Stichtag auch für Notebooks greift.

Parallel dazu ändert sich der Lieferumfang. Hersteller müssen Geräte auch ohne Netzteil anbieten und werden zunehmend standardmäßig ohne Netzteil ausliefern. Der Hintergrund ist derselbe Nachhaltigkeits- und Interoperabilitätsgedanke: weniger Elektroschrott, weniger doppelte Ladegeräte, mehr Standardisierung.

Für Genese-Kunden ist das vor allem eine Kauf- und Ausstattungsfrage. Ein Notebook ist künftig nicht automatisch „komplett“, nur weil es aus dem Karton kommt. Entscheidend ist, welches Netzteil und welches USB-C-Kabel bereits vorhanden sind – und ob beides zum neuen Gerät passt.


1) Was bedeutet „Laden per USB-C“ bei Notebooks konkret?

„USB-C“ beschreibt zunächst nur die Steckerform. Für das Laden entscheidend ist der zugrunde liegende Standard USB Power Delivery (USB-PD). Ein Notebook kann zwar einen USB-C-Port besitzen, Ladefunktion, Ladeleistung und Kompatibilität hängen jedoch davon ab, welche USB-PD-Profile unterstützt werden.

Worauf es in der Praxis ankommt:

  • Wattbedarf des Notebooks

    Viele Business-Ultrabooks laden stabil mit 65 W. Leistungsstärkere Geräte wie Mobile Workstations oder große 16–17-Zoll-Notebooks benötigen häufig 90–140 W. Gaming-Notebooks teils mehr, wobei USB-C-Laden dann oft nur als Erhaltungsladen dient.

  • USB-PD-Generation

    Für höhere Leistungen ist USB-PD 3.1 (Extended Power Range, bis 240 W) relevant. Nicht jedes Notebook benötigt das heute, aber die Bedeutung nimmt zu.

  • Kabel ist nicht gleich Kabel

    Ein USB-C-Kabel kann 60 W unterstützen – oder 240 W. Für hohe Leistungen ist ein passendes E-marked-Kabel erforderlich, sonst wird die Ladeleistung gedrosselt oder das Laden funktioniert gar nicht.

Konsequenz ab 2026:

Sie kaufen nicht mehr nur ein Notebook, sondern faktisch ein Lade-Ökosystem aus Netzteil, Kabel und gegebenenfalls Dock oder Monitor.


2) Kaufberatung: Neue Fragen vor dem Notebookkauf

A. Gibt es ein passendes USB-C-Netzteil – und ist es stark genug?

Sind im Unternehmen bereits USB-C-Netzteile im Einsatz, etwa für aktuelle Dell-, HP- oder Lenovo-Business-Geräte, kann das gut passen. Kritisch wird es, wenn:

  • vorhandene Netzteile nur 45 W liefern
  • das neue Notebook 90–140 W erwartet
  • mehrere Geräte über ein Multiport-Netzteil geladen werden und sich die Leistung aufteilt

Empfehlung:

Planen Sie pro Arbeitsplatz entweder

  • ein dediziertes Netzteil mit passender Leistung oder
  • ein hochwertiges Multiport-GaN-Netzteil mit klar definierter Leistungsaufteilung.

B. Ist das richtige Kabel vorhanden?

Der häufigste Praxisfehler: Das Netzteil könnte liefern, das Kabel nicht.

Pragmatische Faustregel:

  • Standard-Business-Notebooks: mindestens 100-W-fähige USB-C-Kabel
  • Leistungsstärkere Notebooks oder Zukunftssicherheit: 240-W-fähige USB-C-Kabel einplanen

C. Laden über Dock oder Monitor – sinnvoll, aber richtig dimensioniert

USB-C-Monitore mit Power Delivery sind im Büro attraktiv: ein Kabel für Bild, Daten und Strom. Aber:

  • Viele Monitore liefern 65 W, manche 90 W, wenige mehr
  • Unter Last (Builds, lokale KI-Tools, große Datenbanken) können 65 W knapp werden

Empfehlung:

Wenn Laden über Monitor oder Dock geplant ist, sollten Notebook-Klassen gewählt werden, die mit der gelieferten Wattzahl zuverlässig arbeiten – oder es wird bewusst ein 90–140-W-Ladepfad vorgesehen.


3) Auswirkungen auf den Hardware-Standard in Unternehmen

Einkauf wird modularer und planbarer

Ab 2026 empfiehlt es sich, Notebook-Rollouts wie folgt zu strukturieren:

  1. Geräteklassen definieren (Ultrabook, Standard-Business, Mobile Workstation)
  2. Ladeleistung je Klasse festlegen (z. B. 65 W, 100 W, 140 W)
  3. Standard-Netzteil und Standard-Kabel als separates, lagerfähiges Zubehör definieren
  4. Optional: Docking- oder Monitor-Standard mit definierter Power-Delivery-Leistung

Das reduziert Wildwuchs, senkt Kompatibilitätsprobleme und vereinfacht den Support.

Nachhaltigkeit ist der Treiber – Kosten und Support profitieren mit

Die EU argumentiert primär mit Abfallreduktion und weniger Zwangskäufen. Für Unternehmen ergeben sich zusätzliche Vorteile:

  • weniger unterschiedliche Netzteile im Umlauf
  • geringere Ersatzteil-Komplexität
  • einfachere Arbeitsplatz-Setups mit USB-C-Docks und Monitoren

4) Genese-Praxis: Wichtiger Hinweis zu ARM-Prozessoren

Für Genese-Kunden zentral: ARM-basierte Notebooks (z. B. Windows on ARM oder Snapdragon-Plattformen) sind aktuell nicht für den produktiven Einsatz mit Genese geeignet.

Der Grund ist weniger die Performance als die Kompatibilität. In vielen Unternehmensumgebungen hängen Genese-Workflows an Komponenten, Treibern, Add-ins oder Integrationen, die unter ARM (Emulation, Treiberlage, Drittsoftware) nicht zuverlässig und reproduzierbar funktionieren.

Für den produktiven Kanzlei- und IP-Betrieb empfehlen wir daher weiterhin:

  • x86-64-Plattformen (Intel Core, Intel vPro, AMD Ryzen PRO)
  • Windows-Business-Konfigurationen, die sich sauber in IT-Betrieb und Security standardisieren lassen

Sobald sich diese Lage ändert, kommunizieren wir das aktiv. Bis dahin gilt: ARM vermeiden, wenn Genese produktiv genutzt wird.


5) Konkrete Checkliste für den Notebookkauf 2026 (Hardware-Sicht)

Pflichtkriterien für den Business-Betrieb

  1. CPU: Intel oder AMD x86-64, idealerweise Business-Linien (vPro / Ryzen PRO)
  2. RAM: mindestens 16 GB, für Power-User 32 GB
  3. SSD: mindestens 512 GB NVMe, besser 1 TB
  4. Ports: mindestens 2× USB-C, davon mindestens 1× mit USB-PD; zusätzlich HDMI oder USB-A je nach Peripherie
  5. WLAN: aktueller Standard für stabile Office-Netze und Konferenzräume
  6. Security: TPM, Biometrics (Fingerabdruck oder IR), Business-BIOS-Features

Neu ab 2026: Lade-Kriterien

  • Welche Wattzahl benötigt das Gerät? (65 / 90 / 100 / 140 W)
  • Wird USB-PD sauber unterstützt und dokumentiert?
  • Welche Dock- oder Monitor-PD-Leistung ist vorgesehen?
  • Sind 100-W- oder 240-W-Kabel als Standard vorhanden?

Beschaffungsempfehlung:

Kalkulieren Sie beim Notebookpreis künftig eine separate Charging-Position (Netzteil, Kabel, Dock), wenn der Lieferumfang unklar ist oder eine saubere Standardisierung angestrebt wird.


6) Ausblick: Ladezubehör wird bis 2028 weiter reguliert

Neben der USB-C-Pflicht für Notebooks ab 2026 plant die EU weitere Schritte hin zu effizienterem und interoperablem Ladezubehör. Neue Ökodesign-Vorgaben für externe Netzteile zielen auf höhere Effizienz und bessere Austauschbarkeit.

Für Unternehmen bedeutet das: USB-C und USB-PD standardisieren ist nicht nur sinnvoll, sondern strategisch richtig. Markt und Lieferketten werden sich weiter in diese Richtung konsolidieren.


Fazit

Die Umstellung auf „Notebooks ohne Netzteil“ ist kein kosmetischer Trend, sondern die logische Folge der EU-Vorgaben. USB-C-Laden wird ab dem 28. April 2026 verpflichtend, und der Lieferumfang passt sich entsprechend an.

Für Genese-Kunden liegt der Hebel in einer sauberen Beschaffungsentscheidung:

  • x86-64 statt ARM, da ARM aktuell nicht für den produktiven Genese-Einsatz geeignet ist
  • Ladeleistung, Kabelqualität und Docking-Leistung als echte Beschaffungskriterien
  • Standardisierung statt „jeder kauft irgendwas“ – das spart Supportzeit und verhindert Ausfälle

Bremen, 31.01.2026 von @Genese

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