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Stefan Faistenauer (Superglue AI): Warum nur 5 % der Firmen KI-Agenten produktiv nutzen

Nur 5 % der Firmen nutzen KI-Agenten produktiv

Stefan Faistenauer kennt beide Welten: Stanford, Google und Y Combinator. Mit seinem Startup Superglue AI löst er eines der größten Probleme in Unternehmen. 71 % aller Firmen-Anwendungen sind bis heute nicht miteinander verbunden. Das kostet Zeit, Geld und Nerven.

Im Gespräch mit Leonard Schmedding erklärt der YC-Gründer, warum KI-Agenten jetzt produktionsreif sind. Er zeigt, wie Firmen den Vorsprung nutzen. Und warum die nächsten Monate über Markt-Positionen entscheiden.

Was ist Glue Code und warum blockiert er Firmen?

39 % der Entwicklerzeit fließen in sogenannten Glue Code. Das sind Skripte, die IT-Systeme miteinander verbinden. Ein Großhändler braucht zum Beispiel Daten aus drei Quellen: Waren-Wirtschaft, Kunden-System und Rechnungs-Software.

Das Problem: Diese Skripte liegen auf Servern, die niemand dokumentiert hat. Stefan Faistenauer erzählt eine Geschichte aus seiner Studienzeit bei einem Automobil-Konzern. Unter einem Schreibtisch stand ein Rechner. Darauf liefen kritische Prozesse der Abteilung. Niemand durfte den Ausschalter berühren.

Genau das ist der Zustand von Glue Code in deutschen Firmen. Superglue AI löst dieses Problem mit einer agentischen Integrations-Plattform. Der Agent liest Dokumentation ein, versteht System-Kontexte und baut Verbindungen automatisch.

Superglue AI vs. N8N: Der entscheidende Unterschied

Workflow-Tools wie N8N oder Make lösen einen Teil des Problems. Sie bieten eine zentrale Plattform für alle Flows. Auch Nicht-Entwickler können sie bedienen. Doch Stefan Faistenauer sieht eine klare Lücke.

Verbindungen zwischen Systemen zu bauen ist technisch nicht schwer. Die Hürde liegt im Kontext-Wissen. Entwickler brauchen nicht nur den API Call. Sie müssen wissen, welcher Call welchen Effekt in welchem System auslöst. Stripe-APIs sind gut dokumentiert. ERP-Schnitt-Stellen oder datei-basierte Formate sind es nicht.

Superglue AI baut genau diesen System-Kontext auf. Die Plattform liest bestehenden Glue Code, E-Mails und Transkripte ein. Jede neue Verbindung wird dadurch einfacher, nicht schwerer. Zusätzlich heilt sich die Plattform selbst: Ändern sich externe APIs, passt sich der Workflow automatisch an.

Der Claude Code Moment: So groß wie ChatGPT?

Stefan Faistenauer sieht in Claude Code einen großen Umbruch für Entwickler. Er vergleicht den Impact mit dem ChatGPT-Moment von Ende 2022. Doch er zieht eine klare Grenze.

ChatGPT erreichte Millionen Nicht-Entwickler. Claude Code richtet sich über das CLI primär an Programmierer. Der Impact auf Software-Entwicklung ist enorm. Die Breiten-Wirkung von ChatGPT erreicht es laut Stefan aber nicht.

Spannend ist seine These zu Workflow-Tools. Claude Code schreibt Skripte schneller als jeder Entwickler. Doch diese Skripte laufen danach in Silos auf einzelnen Servern. Plattformen wie Superglue AI bleiben relevant: als zentraler Ort für Monitoring, Wartung und Kontrolle.

MCP und Skills: So arbeiten KI-Agenten in Zukunft

Beim Thema MCP (Model Context Protocol) bezieht Stefan klar Position. Er bleibt optimistisch. Für Remote Tool Execution und Zugriffs-Kontrolle gibt es keine Alternative. Fast alle Firmen setzen MCP bereits für ihre KI-Agenten ein.

Doch er sieht Grenzen. MCP lädt alle Tools per Default in den Kontext. Bei 80 Tools ist der Kontext voll, bevor die Arbeit startet. Anthropic pusht deshalb Skills als neues Konzept. Ein Agent erhält ein Inhalts-Verzeichnis seiner Fähigkeiten. Er wählt nur die Skills, die er für einen bestimmten Task braucht.

Stefan erwartet, dass Skills in den MCP-Standard einfließen. So bleibt ein einheitlicher Standard erhalten. Firmen brauchen kein proprietäres Skill-System jeder einzelnen AI-Firma.

Warum die nächsten Monate über den Markt entscheiden

Stefan Faistenauer schätzt: Nur 5 % der Firmen nutzen KI-Agenten im vollen Potenzial. Die Technik ist bereit. Die Nutzung steht erst am Anfang. Selbst ChatGPT hat nach über drei Jahren sein volles Potenzial in Firmen nicht entfaltet.

Die Konsequenz ist drastisch. Eine Firma mit effektiven KI-Agenten bearbeitet fünfmal so viele Aufträge. Sie bietet 30 % besseren Kunden-Service. Und das zu niedrigeren Kosten. Konkurrenten ohne KI-Integration verlieren den Anschluss nicht in Jahren, sondern in Monaten.

Dario Amodei von Anthropic stützt diese These. Selbst ohne weitere Modell-Fortschritte werden 10 bis 20 % aller Bürojobs ersetzt. Die Modelle sind stark genug. Firmen brauchen jetzt die richtige Integration, den richtigen Kontext und die passenden Tools.

Fazit: KI-Agenten sind bereit, die meisten Firmen noch nicht

Stefan Faistenauer von Superglue AI bringt es auf den Punkt. Die Frage lautet nicht mehr 'Soll ich KI nutzen?'. Sie lautet: 'Wie bringe ich KI so ins Unternehmen, dass der Benefit bei 50 bis 100 % liegt?'

Sein Appell: Firmen sollten jetzt ihre Hebel finden. Wo bringt KI den 5- bis 10-fachen Vorteil? Gründer und Entwickler sollten bauen und darüber sprechen. Superglue AI ist Open Source und kostenlos testbar. Stefan lädt zum Gespräch ein: stefan@superglue.ai.

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