Was das für die Genese-Praxis bedeutet und welche Alternativen sich wirklich lohnen
Der USB-Stick war über Jahre hinweg das Symbol für „Daten einfach mitnehmen“. Einstecken, kopieren, fertig. In Kanzleien und IP-Abteilungen war er deshalb nicht nur ein technisches Hilfsmittel, sondern ein organisatorisches Ventil: Wenn etwas schnell aus dem System herausmusste, wenn Unterlagen zu einem Termin greifbar sein sollten oder wenn unterwegs ohne Netz gearbeitet wurde, dann war der Stick die naheliegende Antwort.
Genau diese Rolle gerät jedoch zunehmend unter Druck. Nicht, weil das Prinzip „portabler Speicher“ verschwunden wäre, sondern weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben.
PC-WELT beschreibt den Trend sehr klar: USB-Sticks verlieren im Alltag an Relevanz. Gründe sind unter anderem begrenzte Speicherkapazitäten typischer Modelle, der Wandel von USB-A hin zu USB-C sowie die Tatsache, dass Alternativen wie SSDs, SD-Karten und Cloud-Dienste in vielen Szenarien objektiv die bessere technische und organisatorische Lösung darstellen.
Für uns bei Genese stellt sich damit nicht die Frage „USB-Stick ja oder nein“, sondern:
Welcher Transport- und Arbeitsmodus passt zur Akte, zum Mandatsprozess und zur IT-Realität beim Kunden?
Denn eines bleibt nüchtern festzuhalten: Der Bedarf, Akteninhalte temporär aus einem zentralen System herauszulösen, existiert weiterhin. Nur die Medien und die Qualitätsanforderungen haben sich deutlich verschoben.
Warum der USB-Stick als Standardmedium ausläuft – und was daran für IP-Workflows relevant ist
Die klassische Stärke des USB-Sticks war seine Einfachheit. Genau diese Einfachheit wird heute in vielen Umgebungen zum Problem. PC-WELT nennt als einen zentralen Punkt die im Markt häufig anzutreffenden Kapazitäten im Bereich von 256 bis 512 GB, die bei größeren Datenmengen schnell zum limitierenden Faktor werden.
Das klingt zunächst nach einem Consumer-Thema, ist aber in IP-Setups erstaunlich relevant. Je stärker Akten vollständig digital geführt werden, desto öfter geht es nicht mehr nur um ein paar PDFs, sondern um strukturierte Aktenfamilien mit Anhängen, Office-Dateien, Bildmaterial, umfangreichen Recherchedokumenten, E-Mail-Exports und – je nach Mandant – auch um große Anlagenpakete aus F&E oder Produktdokumentation.
Hinzu kommt: Moderne Verfahren bestehen häufig aus vielen Einzeldokumenten. Genau hier zeigen sich die Schwächen günstiger Stick-Controller und Flash-Bausteine zuerst. Nicht beim Lesen einzelner Dateien, sondern beim Schreiben vieler Dateien, beim wiederholten Aktualisieren und beim „Hin und Her“ über Wochen.
PC-WELT argumentiert außerdem, dass es zwar sehr große USB-Sticks bis in den Terabyte-Bereich gibt, diese preislich und technisch aber oft von SSD-Lösungen überholt werden. SSDs bieten leistungsfähigere Flash-Chips, höhere Transferraten und eine bessere Lebensdauer.
Für Genese-Anwender ist das aus zwei Gründen relevant:
- Der USB-Stick wird zunehmend zum Wegwerfmedium, das im kritischen Mandatskontext zu viele Unwägbarkeiten birgt.
- Mit SSDs lassen sich portable Arbeitsweisen etablieren, die dem Anspruch „verlässliches Offline-Arbeiten“ deutlich näherkommen, ohne Anwender in komplizierte IT-Routinen zu zwingen.
Ein weiterer Aspekt ist die Anschlusswelt. USB-A verschwindet zunehmend aus neuen Geräten, USB-C wird Standard. Der „Stick, der überall passt“, existiert praktisch nicht mehr. Dual-Sticks wirken wie eine Lösung, sind aber häufig ein technischer Kompromiss – mit spürbaren Nachteilen beim Schreiben großer Datenmengen.
Für Aktenarbeit ist das entscheidend: Lesen ist selten der Engpass. Schreiben und inkrementelles Aktualisieren sind es.
Fazit an dieser Stelle: Der USB-Stick bleibt für Spezialfälle brauchbar, wird aber als Alltagslösung zunehmend von SSDs, SD-Karten und Cloud-Diensten verdrängt.
Genese-Perspektive: Der USB-Stick war nie das Produkt – sondern ein Transportkanal
Aus Sicht eines Genese-Systemadministrators hilft eine klare Trennung:
Genese ist das führende System der Akte. Der USB-Stick war historisch lediglich ein Transportkanal.
Schon immer war es möglich, Akten oder Aktenfamilien zu exportieren und extern zu bearbeiten – beim Mandanten, in Besprechungen oder in Situationen ohne Zugriff auf das zentrale System. Diese Arbeitsweise ist in der IP-Praxis realistisch, nicht exotisch.
Der USB-Stick war hier attraktiv, weil er wie ein physischer Umschlag funktioniert: hineinlegen, übergeben, zurückbekommen. Seine Schwäche liegt nicht im Konzept, sondern in der fehlenden Prozesssicherheit, sobald aus einer einmaligen Übergabe eine wiederkehrende Zusammenarbeit wird.
Dann tauchen Fragen auf wie:
- Welche Dokumente wurden geändert?
- Welche Version ist verbindlich?
- Welche Datei gehört in welchen Aktenteil?
- Wie vermeiden wir parallele, widersprüchliche Bearbeitungsstände?
Genau hier wird der nächste logische Schritt interessant: ein intelligenter Abgleich und Import, der erkennt, was neu ist, was geändert wurde und was aktualisiert werden sollte. Nicht der Transport ist das eigentliche Problem, sondern die kontrollierte Reintegration.
SSD statt Stick: „Akte to go“ ohne Kulturbruch – mit besserer Technik
PC-WELT nennt externe SSDs als eine der beliebtesten Alternativen: mehr Speicher, hohe Geschwindigkeit, Robustheit und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für Genese ist der Übergang nahezu nahtlos. Die Nutzererwartung bleibt identisch:
„Ich nehme die Akte mit und arbeite offline.“
Mit einer SSD lässt sich die bekannte Logik fortführen – nur auf einem Medium, das für dauerhafte Schreibvorgänge und große Datenmengen gebaut ist. Die „Akte to go“ wird damit stabiler, performanter und verlässlicher.
Organisatorisch ist der Wechsel attraktiv, weil er keine neue Arbeitskultur erzwingt. Prozesse bleiben gleich, Risiken sinken, Performance steigt. Und ein entscheidender Vorteil bleibt erhalten: Offline-Arbeiten ohne Internet, etwa im Zug, im Flugzeug oder in Umgebungen mit restriktivem Netz.
SSDs ersetzen keine Governance, aber sie reduzieren technische Störfaktoren drastisch: weniger Abbrüche, weniger Wartezeiten, weniger Überraschungen durch billige Controller.
SD-Karten: klein, schnell – aber eher eine Nische
SD- und microSD-Karten sind kompakt und je nach Klasse schnell. Für den typischen Genese-Einsatz bleiben sie jedoch meist eine Ergänzung.
Sie eignen sich dort, wo Mandanten ohnehin mit SD-basierten Workflows arbeiten, etwa bei Foto- oder Video-Dokumentation. Als primäres Medium für Aktenarbeit sind sie oft zu fragil, zu klein und organisatorisch aufwendiger, da Kartenleser benötigt werden.
Kurz gesagt: sinnvoll als Speziallösung, nicht als Standard.
Cloud-Dienste: Technischer Standard und organisatorischer Hebel
Cloud-Dienste gelten als modernste Alternative: ortsunabhängiger Zugriff, einfache Zusammenarbeit und automatische Synchronisierung. Gleichzeitig bestehen Abhängigkeiten von Internetverbindungen und berechtigte Fragen zu Datenschutz und Verschlüsselung.
Im Genese-Kontext ist Cloud längst Alltag. Zwei Treiber sind entscheidend:
- Technisch: bessere Bandbreiten, stabilerer Zugriff.
- Organisatorisch: geringere Koordinationslast, ein gemeinsamer Datenstand, weniger Parallelwelten.
Gerade in IP-Workflows ist das zentral. Eine IP-Akte ist ein lebendes Bündel aus Fristen, Korrespondenz, Entwürfen, Anlagen und Entscheidungen. Cloud-Ansätze reduzieren Komplexität, weil Zusammenarbeit zum Standard wird.
Mit GWeb Workspace lässt sich dieser Ansatz besonders praxisnah umsetzen, da sich die Arbeitsweise für Anwender oft nahezu wie Genese selbst anfühlt. Die Nähe zur vertrauten Aktenlogik senkt Hürden und erleichtert die Zusammenarbeit mit Mandanten und externen Beteiligten erheblich.
Cloud ist nicht immer die richtige Antwort – Offline-Szenarien bleiben relevant. Aber überall dort, wo Transparenz, Zusammenarbeit und Prozesssicherheit zählen, spielt sie ihre Stärken aus.
Der sinnvolle Mittelweg: USB-Stick als Spezialwerkzeug
USB-Sticks sind nicht tot, aber sie sind auf Spezialfälle beschränkt: einmalige Übergaben, Workshops, Audits oder Szenarien mit strikten Compliance-Vorgaben.
Sobald aus dem Einzelfall ein Prozess wird, lohnt sich ein nächster Schritt:
- SSD, wenn offline produktiv gearbeitet werden soll.
- Cloud, wenn Zusammenarbeit und Transparenz im Fokus stehen.
Praktische Empfehlung für Genese-Anwender
- Offline produktiv: SSD ist der natürliche Nachfolger des USB-Sticks.
- Gemeinsam arbeiten: Cloud-Workflows reduzieren Reibung und Fehler.
- Mediennahe Spezialfälle: SD-Karten mit klaren Regeln.
- Schnell mal rübergeben: USB-Stick bewusst als Ausnahme.
Schlussgedanke: Die Akte bleibt – der Transport wird professioneller
Der USB-Stick war nie deshalb erfolgreich, weil er technisch brillant war, sondern weil er eine Lücke geschlossen hat. Heute schließen andere Technologien diese Lücke besser.
Für Genese ist das eine gute Nachricht: Der Kern bleibt stabil, während Transport und Zusammenarbeit reifer, sicherer und effizienter werden.
Oliver Otto, Genese.de GmbH

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