Es wäre einfacher, nicht zu diskutieren und einfach den Baukasten anzuwerfen. Ein Template auswählen, Farben ändern, Logo rein, fertig. Für viele Projekte funktioniert das auch. Trotzdem entwickle ich die Websites meiner Kunden von Hand, meist mit Next.js. Nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil sich am Ende drei Dinge messbar unterscheiden: Geschwindigkeit, Kontrolle und Langlebigkeit.
Geschwindigkeit ist kein Nice-to-have
Baukästen liefern viel mit, was ein einzelnes Projekt gar nicht braucht. Generischer JavaScript-Ballast, Layout-Systeme für jeden erdenklichen Fall, Skripte, die im Hintergrund laufen. Das summiert sich, und man sieht es in den Core Web Vitals.
Wenn ich eine Seite selbst baue, entscheide ich über jedes Kilobyte. Statisch generierte Seiten, Bilder in modernen Formaten, nur die kritischen Styles und sonst nichts Überflüssiges. Der Unterschied zwischen einer Seite, die in unter einer Sekunde steht, und einer, die drei Sekunden braucht, ist nicht kosmetisch. Er entscheidet, ob Besucher bleiben, und fliesst ins Google-Ranking ein.
Kontrolle über Markup und Daten
Ein Punkt, der im Alltag oft unterschätzt wird: sauberes, semantisches HTML. Bei einem Baukasten bekommt man, was das Template ausspuckt, häufig tief verschachtelte Container ohne klare Struktur. Für Barrierefreiheit und Suchmaschinen ist das nicht ideal.
Wenn ich selbst schreibe, kann ich die Struktur genau so anlegen, wie sie sein soll. Überschriften-Hierarchie, die stimmt. Strukturierte Daten dort, wo sie helfen. Und, gerade für Schweizer Kunden relevant, die volle Kontrolle darüber, wo die Daten liegen und welche externen Skripte überhaupt geladen werden. Datenschutz ist dann von Anfang an eingeplant, statt nachträglich zusammengeflickt.
Ein konkretes Beispiel aus meiner Arbeit sind dezente, hand-gecodete Interaktionen statt schwergewichtiger Plugins. Wenn ein Kunde einen animierten Hero-Bereich möchte, löse ich das mit einer schlanken eigenen Lösung statt mit einer Plugin-Kette, die die halbe Seite ausbremst. Wie ich dabei arbeite, zeige ich auf meiner Website.
Langlebigkeit und Unabhängigkeit
Der dritte Grund ist der unspektakulärste, aber langfristig der wichtigste. Baukästen binden dich an ein Abo und an eine Plattform. Steigt der Preis oder ändert der Anbieter sein Produkt, hast du wenig Handhabe. Deine Inhalte liegen in einem System, aus dem sie sich nur schwer sauber herauslösen lassen.
Eine handgebaute Seite gehört dem Kunden. Der Code ist übergabefähig, das Hosting frei wählbar, und es gibt keine monatliche Abhängigkeit von einem Baukasten-Anbieter. Gerade für kleine Betriebe ist das ein echter Vorteil, weil sie planbar bleiben.
Wann ein Baukasten trotzdem reicht
Damit das nicht einseitig klingt: Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten die vernünftige Wahl ist. Ein Verein, der einmalig eine simple Infoseite braucht und kein Budget hat. Ein Test-Projekt, das nur ein paar Wochen leben soll. Dann ist Geschwindigkeit in der Umsetzung wichtiger als die letzte Sekunde Ladezeit.
Die Entscheidung ist also keine Glaubensfrage, sondern eine Abwägung. Für Betriebe, deren Website ein echtes Aushängeschild und Vertriebskanal ist, überwiegen die Vorteile der handgebauten Lösung aber deutlich.
Fazit
Von Hand zu coden ist mehr Aufwand, keine Frage. Aber der Aufwand zahlt sich in schnelleren, saubereren und unabhängigeren Seiten aus. Für die Art von Kunden, mit denen ich arbeite, ist das kein Luxus, sondern genau der Unterschied, der zählt.
Ich bin Manuel von Grafwerk, einem Web-Atelier aus Neuhausen am Rheinfall in der Schweiz. Ich baue schnelle, hand-gecodete Websites für KMU und Selbstständige. Aktuelle Projekte: https://grafwerk-webseiten.ch
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