Die meisten Impressum-Generatoren sind im Kern ein Formular mit Textbausteinen: Du tippst alles selbst ein, der Generator klebt es zusammen. Ob die Angaben stimmen, ist dein Problem. Dabei liegen die relevanten Daten für österreichische Unternehmen längst in öffentlichen Registern, und die haben APIs.
Genau darauf haben wir unseren Impressum-Generator für Österreich gebaut. Du suchst dein Unternehmen, der Generator holt die Pflichtangaben aus den offiziellen Quellen und sagt dir, wenn etwas nicht zusammenpasst. In diesem Artikel zeige ich, welche APIs dahinterstecken und was wir aus den Antworten ableiten.
Register 1: das Firmenbuch
Für Kapitalgesellschaften und eingetragene Unternehmen ist das Firmenbuch die zentrale Quelle. Die Justiz bietet dafür über JustizOnline eine offizielle Abfrage-Schnittstelle an (eine SOAP-API mit API-Schlüssel). Wir nutzen zwei Operationen: die Firmensuche nach Wortlaut oder Firmenbuchnummer und den Auszug in der Stufe „Kurzinformation" zum aktuellen Stichtag.
Aus dem Auszug kommt alles, was das Impressum an Registerdaten braucht: exakter Firmenwortlaut, Rechtsform, Sitz und Geschäftsanschrift. Der Punkt dabei ist nicht Bequemlichkeit, sondern Korrektheit. Ins Impressum gehört der Wortlaut, wie er im Register steht, nicht die Schreibweise, die man im Alltag verwendet. Ein „e.U." oder ein ausgeschriebenes „Gesellschaft m.b.H." macht da einen Unterschied, und beim Selbst-Eintippen geht genau so etwas verloren.
Ein Detail aus der Praxis: Die Auszugsdaten enthalten historische Einträge mit einem Aufrecht-Flag. Wir nehmen konsequent den aufrechten Eintrag, sonst landet nach einer Sitzverlegung die alte Adresse im Impressum.
Register 2: GISA, das Gewerberegister
Gewerbetreibende brauchen im Impressum zusätzlich den Gewerbewortlaut und die zuständige Gewerbebehörde. Beides liefert das GISA (Gewerbeinformationssystem Austria) über eine öffentliche XML-Schnittstelle: Suche nach natürlichen Personen, nach Unternehmen oder direkt per GISA-Zahl.
Zwei Dinge daran finde ich richtig gut gelöst:
Die Verknüpfung zum Firmenbuch. Jeder GISA-Eintrag einer eingetragenen Gesellschaft trägt die Firmenbuchnummer. Wählst du im Generator also deine GmbH aus dem Firmenbuch, suchen wir mit der Firmenbuchnummer automatisch die zugehörigen Gewerbeberechtigungen. Du musst deine GISA-Zahl gar nicht kennen (die kennt erfahrungsgemäß fast niemand auswendig).
Die phonetische Suche als Fallback. Findet die exakte Namenssuche nichts, wiederholen wir die Abfrage phonetisch. Das fängt Tippfehler und Schreibvarianten ab, ohne dass die exakte Suche darunter leidet.
Außerdem verrät der GISA-Eintrag, ob eine Berechtigung ruhend gemeldet ist. Auch so ein Fall, den ein reines Textbaustein-Formular nie bemerken würde.
Register 3: VIES für die UID-Nummer
Bei der UID-Nummer prüfen wir zweistufig. Zuerst rechnen wir die Prüfziffer der ATU-Nummer direkt im Browser nach, ganz ohne API-Call. Ein Zahlendreher fliegt so sofort auf, noch während du tippst.
Ist die Prüfziffer plausibel, fragen wir das VIES-System der EU-Kommission ab (die REST-Schnittstelle zur Mehrwertsteuer-Validierung). VIES bestätigt aber nicht nur, dass die UID existiert. Für österreichische Nummern liefert es auch den hinterlegten Namen und die Adresse zurück, und damit kommen wir zum spannendsten Teil.
Widersprüche erkennen statt still zusammenkleben
Sobald Daten aus mehreren Quellen kommen, kann sich widersprechen, was eigentlich zusammengehören sollte. Genau das gleichen wir ab: Die Adresse aus dem UID-Register wird normalisiert (Groß/Klein, ß/ss, Satzzeichen, Abkürzungspunkte) und mit der Anschrift im Formular verglichen. Weicht sie ab, zeigt der Generator einen Hinweis. Meist steckt dahinter eine Übersiedlung, die zwar dem Firmenbuch, aber nie dem Finanzamt gemeldet wurde, oder umgekehrt. Für den Betroffenen ist das Gold wert, weil so eine Inkonsistenz sonst erst auffällt, wenn es unangenehm wird.
Dazu kommen die Ableitungen aus statischen Datentabellen, die keine API brauchen: Aus der Postleitzahl leiten wir Ort, Bundesland und das zuständige Gericht ab. Klingt trivial, ist es aber nicht überall. Klosterneuburg liegt in Niederösterreich, gehört gerichtlich aber zu Wien. Solche Sonderfälle haben wir einzeln recherchiert und hinterlegt, weil eine simple PLZ-Bereichs-Logik hier falsche Impressen erzeugen würde.
Noch ein Wort zur Architektur: Alle Register-Abfragen laufen über unsere eigenen Server-Endpoints, nicht direkt aus dem Browser. Die API-Schlüssel bleiben so am Server, und wir können Rate-Limits durchsetzen, damit die Behörden-APIs nicht von unserer Seite aus geflutet werden.
Probier es aus
Der Generator ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar, vom Einzelunternehmer bis zum Verein. Unternehmen suchen, Angaben prüfen, Impressum kopieren oder als Word-Datei herunterladen. Wenn du eine österreichische Website betreibst, wirf einfach mal deinen Firmennamen rein. Und wenn der Generator bei dir eine Abweichung findet, freu dich: Das ist genau der Moment, für den wir ihn gebaut haben.
Ich bin René und betreibe webgaudi, eine Webdesign-Agentur in Wien. Wir bauen individuell programmierte Websites für Selbstständige und KMU, ohne Baukasten, zum Fixpreis ab 1.500 €.
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