Wenn du als Inhaber eines Friseursalons, einer Kosmetikpraxis, einer Anwaltskanzlei oder einer kleinen Werkstatt ein Angebot für eine neue Website einholst, bekommst du Preise zwischen 400 € und 25.000 €. Beides für scheinbar dieselbe Aufgabe. Warum?
Ich baue Websites für lokale Unternehmen in Stuttgart und erkläre hier, was du tatsächlich für welches Budget bekommst — und wo die Anbieter unten und oben tricksen.
Die drei realen Preisklassen
400 – 1.500 €: Template-Baukasten
Du bekommst eine fertige Wix-, Jimdo- oder WordPress-Vorlage mit deinem Logo, deinen Texten und deinen Bildern. Oft baut das ein Freelancer aus dem Ausland oder ein Student in ein paar Tagen.
Sinnvoll wenn: Du eine reine Visitenkarten-Seite brauchst und in einem Jahr ohnehin nochmal renovierst.
Nicht sinnvoll wenn: Du Kunden über die Website gewinnen willst. Templates sehen austauschbar aus, sind selten richtig auf lokale Suche optimiert und haben fast nie ein gut funktionierendes Buchungs- oder Anfrage-Modul.
2.500 – 6.500 €: Individuelle Seite vom Solo-Anbieter oder kleinen Studio
Hier bekommst du Konzept, eigenes Design, geschriebene Texte, sauberes SEO-Setup, Buchungs- oder Kontaktformular, das wirklich funktioniert, GBP-Anbindung und meist 6–12 Monate Wartung.
Sinnvoll wenn: Die Website neue Kunden bringen soll und du nicht alle zwei Jahre neu starten willst.
Worauf achten: Wer in diesem Bereich nur Templates verkauft und Stundensatz wie Individual berechnet, ist überteuert. Lass dir 2–3 Referenzen aus deiner Branche zeigen.
8.000 – 25.000 €+: Agentur mit Team
Projektleitung, Designer, Entwickler, Texter, SEO. Eigene Komponenten, manchmal eigenes CMS, oft mehrsprachig, oft mit E-Commerce oder Schnittstellen.
Sinnvoll wenn: Du mehrere Standorte, komplexes Buchungssystem, Shop oder Kundenportal brauchst.
Nicht sinnvoll wenn: Du eine Standort-Seite für ein lokales Geschäft mit 1–3 Mitarbeitern willst. Du zahlst dann für Overhead, den du nicht brauchst.
Die fünf versteckten Kosten, die niemand vorher nennt
- Hosting & Domain: 5–25 € im Monat. Bei manchen Baukästen 30–50 €.
- Premium-Plugins / Themes: WordPress kann Lizenzkosten von 100–400 € pro Jahr verursachen.
- DSGVO & Cookie-Banner: Eine korrekte Lösung kostet 10–25 € im Monat, sonst Abmahnrisiko.
- Wartung & Updates: Wenn der Anbieter "einmal bezahlt, fertig" sagt, lügt er. WordPress, Plugins und PHP brauchen monatliche Pflege, sonst fliegt die Seite irgendwann auseinander oder wird gehackt.
- Texte & Fotos: Wenn du sie nicht selbst lieferst, kostet Copywriting 500–2.500 €, professionelle Fotografie 600–1.800 €.
Wie viel ist realistisch für ein typisches lokales Geschäft?
Für eine Salon-, Praxis- oder Handwerker-Website mit 5–8 Unterseiten, sauberem Design, GBP-Verbindung, Online-Buchung oder gutem Anfrageformular, mobiloptimiert und mit Wartung im ersten Jahr liegt der faire Marktpreis 2026 bei 2.800 – 4.500 €, je nach Region und Aufwand der Inhalte.
Alles darunter ist meist Template-Recycling. Alles deutlich darüber bezahlt Overhead.
Worauf du vor der Beauftragung achten solltest
- Frag nach 2–3 Live-Referenzen aus deiner Branche und schau dir die Page-Speed über PageSpeed Insights an. Lädt unter 2,5 Sekunden? Gut. Über 5? Eher Vorsicht.
- Lass dir zeigen, wie das Buchungs- oder Anfrageformular funktioniert und wo die Mails landen.
- Kläre vorher: Wer besitzt die Domain? Wer hat Zugriff aufs Hosting? Was passiert, wenn ihr euch trennt?
- Vereinbare schriftlich, ob Wartung enthalten ist und für wie lange.
Fazit
Die billigste Website ist selten die günstigste. Die teuerste ist selten die beste. Für die meisten kleinen Unternehmen liegt das richtige Budget zwischen 2.800 und 4.500 €, plus 30–80 € im Monat für Hosting und Wartung.
Wenn du gerade Angebote vergleichst und unsicher bist, ob ein Preis fair ist, schick mir gern eine Mail oder schau dir Beispielprojekte und Pakete auf acessio.de an. Ich gebe dir ehrliches Feedback zum Angebot — auch wenn ich nicht der Anbieter bin.
Top comments (0)