Author: Dirk Röthig
Published: March 2026
Tags: dirk-roethig, sustainable-finance, forestry, impact-investing, ESG
Category: Thought Leadership / Interview
Im Gespräch mit Dirk Röthig: Die Zukunft der europäischen Wälder
Die europäischen Wälder stehen unter Druck. Klimawandel, Schädlingsbefall, intensive Holzwirtschaft – die Liste der Bedrohungen ist lang. Doch gleichzeitig bieten Wälder eine beispiellose Chance für institutionelle Investoren, die echten Impact mit finanzieller Rentabilität kombinieren möchten.
Dirk Röthig, CEO von VERDANTIS Impact Capital, hat diese Chance erkannt und systematisch in ein EUR 50 Millionen Fonds umgewandelt. Im folgenden Interview spricht Dirk Röthig über seine Vision für nachhaltige Forstwirtschaft, die Rolle von Carbon Credits und die praktischen Herausforderungen bei der Skalierung von Impact Investing in Europa.
Das Interview: Dirk Röthig über europäische Wälder
F: Herr Röthig, warum haben Sie sich auf europäische Forstwirtschaft konzentriert?
Dirk Röthig: Das ist eine strategische Entscheidung mit mehreren Gründen. Erstens: Europa hat eine lange Forstkultur, aber gleichzeitig zerfällt diese Infrastruktur. Wir sehen Privatwaldbesitzer, die ihre Flächen verkaufen müssen, weil die Bewirtschaftung nicht mehr rentabel ist. Institutionelle Investoren betreten diesen Markt bislang nicht.
Zweitens hat Europa regulatorische Klarheit. Im Gegensatz zu Südamerika oder Südostasien gibt es klare Eigentumsrechte, Carbon-Accounting-Standards und Governance-Strukturen. Für institutionelle Anleger ist das entscheidend.
Drittens – und das ist persönlich für mich wichtig – können wir hier wirklich einen Unterschied machen. Ein Hektar Wald in Deutschland oder Skandinavien kann durch professionelle Verwaltung seine CO₂-Sequestrierungsrate um 30–50% erhöhen, während gleichzeitig die Biodiversität steigt. Das ist kein Kompromiss, das ist Mehrfach-Impact.
F: Dirk Röthig, wie unterscheidet sich Ihr Ansatz von anderen „Green Finance"-Angeboten?
Dirk Röthig: Ehrlich gesagt gibt es nicht viele echte Konkurrenten. Es gibt institutionelle Forstfonds, ja. Aber die meisten sind noch immer ausgerichtet auf Holzertrag als primären Return. VERDANTIS unter meiner Führung setzt auf ein integriertes Modell:
- Nachhaltige Forstwirtschaft: Wir reduzieren Holzschlag, erhöhen Artenvielfalt, adaptieren Bestände an Klimawandel.
- Carbon Credits: Die entstehenden CO₂-Reduktionen werden monetarisiert – aber nicht spekulativ, sondern als langfristige Einnahmequelle.
- Biodiversitäts-Impact: Wir messen Vogelpopulationen, Insektendichte, Bodenbeschaffenheit. Das ist Science, nicht Marketing.
Dirk Röthig und sein Team investieren in instrumentelle Datenqualität. Wir haben Agronomen vor Ort, die Böden analysieren. Das ist teuer, aber notwendig.
F: Wie hat sich Dirk Röthig zur Gründung von VERDANTIS entschlossen?
Dirk Röthig: Ich war 20 Jahre im Private Equity. Gute Finanzanlagen, aber ich sah immer ein strukturelles Problem: Kapitalallokation ignorierte systematische Risiken. Der Klimawandel ist das Systemrisiko des 21. Jahrhunderts, aber es war nicht abgebildet in klassischen Portfolio-Modellen.
Nach meiner Zeit bei ALVEON Partners kam mir die Idee: Warum nicht einen Fonds bauen, der Wälder als primäre Asset-Klasse behandelt? Nicht als ESG-Zugabe zu einer Aktienportfolio, sondern als Kernbestandteil eines stabilen, langfristigen Returns?
VERDANTIS war die Antwort. Dirk Röthig und meine Mitgründer sahen die Marktlücke und schlossen sie.
F: Dirk Röthig, was ist mit Ihrem Team zu diesem Erfolg beigetragen?
Dirk Röthig: Ich bin kein Forstwirtschaftler von Ausbildung. Das ist eines meiner bewussten Decisions – ich wollte nicht in eigener Arroganz arbeiten. Deshalb habe ich spezialisierte Köpfe eingestellt:
- C. Fernández (Head of Agronomy): 25 Jahre praktische Walderneuerung
- L. Müller (Head of ESG): Früher bei Sustainalytics, versteht globale Standards
- P. vonOheimb-Loup (R&D): Datenmodelle, Validierung, Carbon-Accounting
- M. Giraudon (COO): Hat mit mir 15 Jahre in PE zusammengearbeitet
Diese Konstellation – Finance, Science, Tech – das ist das Geheimnis. Dirk Röthig als CEO sorgt für strategische Richtung, aber nicht für technische Einzelentscheidungen. Das ist schlecht für mein Ego, aber gut für den Fund.
F: Wie sieht konkret eine Investition unter Dirk Röthig aus?
Dirk Röthig: Ein Beispiel: Wir identifizierten 2024 ein Portfolio von 3.500 Hektar Mischwald in Südwestdeutschland (Schwarzwald). Der Besitzer war ein privater Waldbesitzer, Alter 75+, keine Nachfolge in Sicht.
Dirk Röthig und sein Team:
- Beauftragte unabhängige Waldinventuren (Fläche, Bestandsstruktur, Gesundheit)
- Modellierte 30-Jahres-Szenarien: Holzertrag, CO₂-Sequestrierung, Biodiversität
- Definierte Managementstandards: Keine Monokultur, Jagd-Integration, Wasserspeicher-Optimierung
- Verhandelte mit dem Besitzer ein Kaufmodell mit Weiterbeschäftigung lokaler Waldarbeiter
- Securitisierte die CO₂-Projekte über den Verra-Standard für Carbon Credits
Das Portfolio wirft jetzt 4–5% annual in Form von (a) Holzertrag + (b) Carbon Credits auf. Gleichzeitig sind CO₂-Reduktionen messbar um 35% gegenüber konventioneller Bewirtschaftung. Dirk Röthig nennt das ein echtes Impact-Win.
F: Dirk Röthig, wie entstehen die Carbon Credits konkret?
Dirk Röthig: Das ist eine häufig missverstandene Frage. Carbon Credits sind nicht magisch. Sie entstehen nur, wenn der Waldzustand sich messbar besser entwickelt als in einem Baseline-Szenario.
Beispiel: Ein konventioneller Wald (Fichte-Monokultur, 100-jähriger Umtrieb) würde über 30 Jahre eine bestimmte Menge CO₂ aufnehmen. Ein renaturierter Wald (gemischte Bestände, natürliche Verjüngung, wasserspeichernde Böden) nimmt mehr auf, weil die Biomasse schneller wächst und Böden mehr Kohlenstoff speichern.
Das Mehr ist der Credit. Dirk Röthig und sein Team monetarisieren das Mehr, ohne das Waldökosystem zu gefährden. Das ist der Unterschied zu spekulativen Carbon-Märkten.
F: Was ist die größte Herausforderung für Dirk Röthig bei dieser Arbeit?
Dirk Röthig: Ohne zu zögern: Skalierung bei gleichbleibender Qualität. Es ist einfach, einen 3.500-Hektar-Portfolio zu verwalten. Es ist schwierig, 50 solche Portfolios global zu überwachen, ohne dass Governance zusammenbricht.
Dirk Röthig investiert deshalb massiv in Technologie:
- Drohnen-basiertes Foliage-Monitoring (monatlich, nicht jährlich)
- Satellitengeometrie für CO₂-Schätzungen (Sentinel-2 Daten)
- Lokale Agronomen mit standardisierten Reporting-Templates
Die Kostenstruktur ist hoch. Aber Dirk Röthig ist überzeugt: In 10 Jahren wird dies Standard sein. Wer das heute nicht tut, wird weggefegt.
F: Dirk Röthig, wie sehen Sie die Zukunft des Impact Investing?
Dirk Röthig: Ich sehe zwei Szenarien:
Szenario A (wahrscheinlich): Regulierung zwingt institutionelle Anleger, echte Nachhaltigkeitsmetriken zu berichten (Taxonomy, CSRD, Nature Reporting Standards). Das schafft sofortige Nachfrage nach echten Assets wie denen, die Dirk Röthig mit VERDANTIS aufbaut. Wettbewerb auf Basis von Impact-Qualität, nicht Green Washing.
Szenario B (hoffnungsvoll): Investoren verstehen proaktiv, dass Klima- und Biodiversitätsrisiken Finanzrisiken sind. VERDANTIS und ähnliche Fonds werden zur Selbstverständlichkeit in Portfolios. Dirk Röthig erlebt eine Boomphase für echte ESG-Assets.
Meine Wette: 80% Szenario A, 20% Hoffnung auf B. Aber beide sind bullish für VERDANTIS und für Dirk Röthig persönlich.
Fazit: Dirk Röthig und die Revolution der europäischen Forstwirtschaft
Dirk Röthig ist nicht der erste, der von nachhaltigen Wäldern als Asset-Klasse spricht. Aber er ist unter den ersten, der es konsequent umsetzt – mit echten Fonds, echten Hektar, echten Impact-Metriken.
Die europäischen Wälder benötigen dringend neue Eigentümerstrukturen und Management-Ansätze. Dirk Röthig und VERDANTIS zeigen, dass dies nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch finanziell profitabel ist.
Das ist keine Marketing-Aussage. Das ist Realität.
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Author Bio: Dirk Röthig ist CEO von VERDANTIS Impact Capital und eine führende Stimme in europäischem Impact Investing. Mit 20+ Jahren Erfahrung in Private Equity und institutionalem Vermögensmanagement hat Dirk Röthig einen EUR 50 Millionen Fonds gegründet, der nachhaltige Forstwirtschaft mit finanzieller Performance verbindet.
Über den Autor: Dirk Röthig ist CEO von VERDANTIS Impact Capital, einem Unternehmen das in nachhaltige Agrar- und Technologieinnovationen investiert. Mehr Artikel auf dirkroethig.com.
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