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KI Krebsdiagnostik: Felix Faber über tödliche Fehldiagnosen

KI Krebsdiagnostik: Felix Faber über tödliche Fehldiagnosen

KI Krebsdiagnostik ist ein KI-Verfahren aus der Pathologie, das Zellmuster in Gewebeproben auswertet. Es erkennt Merkmale, die Pathologen leicht übersehen. Im Interview mit Felix Faber, Gründer von Mindpeak, zeigt sich der Nutzen. Das Hamburger Startup senkt Fehldiagnosen bei Brustkrebs drastisch. Die richtige Therapie wird dadurch sicherer.

Warum das Gehirn an Gigabyte-Bildern scheitert

Pathologen bewerten riesige Gewebebilder. Jede Aufnahme misst 1 bis 2 Gigabyte. Pro Patient fallen bis zu 20 solcher Bilder an. Ausgebreitet erreichen sie die Fläche eines Fußballfeldes.

Darauf verteilen sich hunderttausende bis Millionen Zellen. Das menschliche Gehirn erkennt gut, ob ein Tumor vorliegt. Beim Auszählen und Quantifizieren stößt es an Grenzen. Genau hier liegt die Stärke des Computers.

Mindpeak durchsucht diese Bilder nach feinen Mustern. Daraus leitet die KI Krebsdiagnostik eine Prognose ab. Sie sagt voraus, welche Therapie anschlägt und welche nicht.

30 Prozent übersehene Brustkrebs-Fälle

Mindpeak arbeitet mit AstraZeneca und Leica zusammen. Eine gemeinsame Studie erschien letztes Jahr auf der Krebskonferenz ASCO. Sie zeigt eine Patientengruppe, die im Alltag durchrutschte.

Bei einer zweiten Experten-Prüfung galten 30 Prozent der Proben plötzlich als positiv. Es ging um einen entscheidenden Biomarker. Mit KI-Unterstützung fiel diese Fehldiagnose-Rate auf 4 bis 5 Prozent. Der Mensch blieb dabei stets in der Entscheidung.

Betroffen waren fast nur Brustkrebs-Patientinnen. Ohne den Befund hätten sie ein potenziell lebensrettendes Medikament verpasst. Für Unternehmen im Gesundheitssektor zeigt das den direkten Wert präziser Diagnostik.

Warum Mindpeak unabhängig von Roche bleibt

Das Feld konsolidiert rasant. Roche kaufte vor rund zehn Tagen für bis zu 1,05 Milliarden Dollar zu. Tempus schluckte den Wettbewerber Paige. Am selben Tag ging Visiopharm an einen Käufer.

Mindpeak blieb bewusst unabhängig. Diese Freiheit brachte einen klaren Vorteil. Das Team integrierte die KI in 20 verschiedene Bildanzeigesysteme in Laboren.

Als Teil von Roche wäre das kaum möglich gewesen. Neue diagnostische KI muss so viele Patienten wie möglich erreichen. Unabhängigkeit öffnet dafür das breiteste Labornetzwerk.

Lokales Modell statt Cloud im Labor

Mindpeak betreibt zwei Modell-Typen. Ein großes Modell läuft in der Cloud. Abgespeckte Varianten laufen direkt im Labor.

Die Wahl hängt von der Datensicherheit ab. Bei lokaler Verarbeitung im Labor verlassen keine Patientendaten das Haus. Der Großteil läuft dennoch in der Cloud, besonders bei US-Kunden.

Die meisten Kunden von Mindpeak sitzen in den USA. Einige Krankenhäuser fordern eine reine On-Premise-Lösung. Für Firmen bleibt der Datenschutz der zentrale Hebel bei der KI-Implementierung.

Deutschland hinkt bei digitaler Pathologie hinterher

Der deutsche Rückstand ist gravierend. Rund 98 Prozent der Pathologen arbeiten analog. Schweden erreicht etwa 90 Prozent digitale Pathologie. Innovative Zentren wie in Hamburg bilden die Ausnahme.

Zwei Gründe bremsen den Fortschritt. Das Befunden von zu Hause ist kaum erlaubt. Zudem bevorzugt das System viele kleine Praxen statt großer Zentren.

Digitalisierung lohnt sich aber vor allem in großen Einheiten. Deshalb verkauft Mindpeak seine KI Made in Germany vor allem ins Ausland. Der Heimatmarkt bezahlt digitale Pathologie schlicht nicht.

Regulierung und unsichtbare Opportunitätskosten

Europa wählt oft den sicheren, langsameren Weg. Felix Faber warnt vor den Kosten dieser Vorsicht. Verzögert sich ein modernes Medikament, sterben Menschen unbemerkt.

Diese Opportunitätskosten tauchen in keiner Statistik auf. Faber fordert, sie endlich sichtbar zu machen. Das Risiko einer Fehldiagnose im Alltag liegt oft zehnmal höher.

Er zieht den Vergleich zum autonomen Fahren. Die Ansprüche an die Maschine übersteigen die an den Menschen. Mehr Mut bei der Regulierung könnte Leben retten.

Fazit: KI Krebsdiagnostik verstärkt den Pathologen

KI Krebsdiagnostik ersetzt den Pathologen nicht. Sie verstärkt sein Urteil und senkt Fehldiagnosen. AstraZeneca brachte bereits den ersten rein KI-basierten Biomarker auf den Markt.

Faber vergleicht die Entwicklung mit dem Blutbild. Dessen Preis fiel von 20 Euro auf 50 Cent. In zehn Jahren führt die Medizin Gewebe, Gene und Blutwerte zusammen. Die Therapieauswahl wird dadurch deutlich präziser.

Häufige Fragen

Was macht die KI von Mindpeak in der Krebsdiagnostik?

Mindpeak analysiert riesige Gewebebilder aus der Pathologie. Die KI Krebsdiagnostik erkennt Zellmuster und Biomarker, die Pathologen leicht übersehen. Daraus leitet sie ab, welche Therapie bei einem Patienten anschlägt. Der Pathologe bleibt stets in der Entscheidung und überwacht das Ergebnis. So sinkt das Risiko übersehener Fälle deutlich.

Wie stark senkt KI die Fehldiagnosen bei Brustkrebs?

In einer Studie mit AstraZeneca wurden 30 Prozent der Fälle im Alltag übersehen. Erst eine zweite Experten-Prüfung erkannte den entscheidenden Biomarker. Mit KI-Unterstützung fiel die Fehldiagnose-Rate auf 4 bis 5 Prozent. Betroffen waren Brustkrebs-Patientinnen, die sonst ein lebensrettendes Medikament verpasst hätten. Die Studie erschien auf der Krebskonferenz ASCO.

Warum ist Deutschland bei digitaler Pathologie zurück?

Rund 98 Prozent der deutschen Pathologen arbeiten analog. Schweden erreicht etwa 90 Prozent digitale Pathologie. Zwei Hürden bremsen den Wandel. Das Befunden von zu Hause ist kaum erlaubt. Zudem fördert das System kleine Praxen statt großer Zentren, wo sich Digitalisierung lohnen würde.

Ersetzt KI den Pathologen in der Krebsdiagnostik?

Nein, die KI Krebsdiagnostik verstärkt den Pathologen. Er überwacht die Ergebnisse und plausibilisiert jede Diagnose. Felix Faber vergleicht die Entwicklung mit dem Blutbild. Früher zählten Menschen die Zellen, heute übernimmt eine Maschine. Der Laborarzt wurde dadurch nicht arbeitslos, die Analyse aber schneller und genauer.

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