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EUDR 2026: Was Unternehmen jetzt zur EU-Entwaldungsverordnung wissen müssen

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) tritt ab Ende 2026 für große Unternehmen in Kraft – mit weitreichenden Folgen für globale Lieferketten. Was steckt dahinter, und wie bereiten sich Unternehmen vor?

Was ist die EUDR?

Die Verordnung (EU) 2023/1115 über entwaldungsfreie Lieferketten verpflichtet Unternehmen, vor dem Inverkehrbringen bestimmter Waren nachzuweisen, dass diese nicht zur Entwaldung oder Waldschädigung beigetragen haben.

Betroffene Produktgruppen

Die EUDR betrifft folgende Waren und daraus hergestellte Produkte:

  • Rinder (einschließlich Leder, Rindfleisch)
  • Kakao (Schokolade, Kakaobutterprodukte)
  • Kaffee
  • Palmöl (Margarine, Kosmetika)
  • Soja (Tierfutter, Tofu, Sojaöl)
  • Holz (Möbel, Papier, Holzpellets)
  • Kautschuk (Reifen, Handschuhe)

Die drei Kernpflichten für Unternehmen

1. Sorgfaltspflicht (Due Diligence)

Unternehmen müssen eine umfassende Risikoanalyse ihrer Lieferkette durchführen. Dazu gehören geografische Informationen (GPS-Koordinaten) über Ursprungsflächen sowie Nachweise über lokale Gesetzgebung.

2. Georeferenzierung

Für jede Lieferung müssen Koordinaten des Erzeugungs-Grundstücks hinterlegt werden – bis auf Parzellenebene. Dies stellt besonders kleine Zulieferer vor erhebliche Herausforderungen.

3. Dokumentation und Erklärungen

Importeure und Exporteure müssen formelle Sorgfaltspflichterklärungen über das EU-Informationssystem einreichen.

Zeitplan und Übergangsfristen

Für große Unternehmen gilt die Frist Ende 2025 (auf 2026 verschoben), für KMU bis Juni 2026. Nach zähen Verhandlungen hat die EU-Kommission die ursprünglichen Fristen verschoben.

Risiken bei Nichteinhaltung

Die Sanktionen sind erheblich: Bußgelder von mindestens 4 % des EU-Jahresumsatzes, Beschlagnahme betroffener Waren und Ausschluss aus öffentlichen Ausschreibungen.

Praktische Schritte zur Vorbereitung

  1. Lieferantenmapping: Alle Lieferanten für EUDR-relevante Waren identifizieren
  2. Datenlücken schließen: GPS-Daten von Erzeugerseite anfordern
  3. Risikoklassifizierung: Herkunftsländer nach EUDR-Risiko einstufen
  4. Systeme aufbauen: Due-Diligence-Software oder Prozesse implementieren

Einen aktuellen Überblick über Fristen, Checklisten und Branchentools bietet eudr-magazin.de – das Fachportal für die EU-Entwaldungsverordnung mit regelmäßigen Updates zu regulatorischen Entwicklungen.

Fazit

Die EUDR verändert die Spielregeln für den globalen Warenhandel nachhaltig. Unternehmen, die jetzt mit der Vorbereitung beginnen, vermeiden Compliance-Risiken und sichern sich Wettbewerbsvorteile.

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