Wer Claude Code oder Codex länger als eine Stunde benutzt, kennt die Szene: Man vereinbart mit dem Agenten „A, nicht B, wegen C“, eine Stunde später wird der Kontext kompaktiert, und der Agent schlägt B wieder vor, völlig arglos. Der Grund existiert in seinem Kontext einfach nicht mehr.
Auf GitHub habe ich ein Open‑Source‑Projekt gefunden, das genau dafür gebaut ist: myc (von Mycelium). Keine weitere Cloud‑Memory‑API, sondern eine lokale Schicht aus Aufgaben und Gedächtnis in einer einzigen SQLite‑Datei neben dem Projekt.
Was es macht:
- Aufgabenqueue mit Abhängigkeiten, Blockern und atomarem Claim (zwei Agenten nehmen nie dieselbe Aufgabe);
- Entscheidungslog mit hybrider Suche (BM25 + Vektoren);
- PreCompact‑Hook: unmittelbar vor der Kompaktierung wird die Session auf die Platte geschrieben (Secrets maskiert) und ein „Rettungspaket“ mit dem Wesentlichen zurück in den Kontext gedruckt;
- automatisch aus dem Gespräch extrahierte Entscheidungen sind Kandidaten, keine Fakten, bis ein Mensch sie bestätigt;
- Gedächtnis ist an Codestellen verankert: zieht der Code um, zieht das Gedächtnis mit; ist der Code weg, wird der Eintrag herabgestuft (
[code gone ×0.2]), statt als Wahrheit serviert zu werden; - Code‑Index mit tree-sitter (TypeScript/JavaScript/Python).
Geschwindigkeit ist eine Design‑Bedingung (100 000 Knoten, p99): Kontextpaket 0,6 ms, Suche 8 ms, Kaltstart 21 ms, reproduzierbar mit bun run scripts/bench-latency.ts; der Site‑Build schlägt fehl, wenn eine Zahl von der Messung abweicht. Über 3 700 Tests.
Grenzen, offen gesagt: läuft nur auf Bun (bun:sqlite), macOS/Linux, Einzelnutzer, bisher kein Server und kein Team‑Modus. MIT.
bun install -g @aistastudio/myc
myc init && myc wire # bindet Claude Code / Codex / opencode / Kimi ein
Repo: https://github.com/aistastudio/myc · Site mit reproduzierbaren Messungen: https://aistastudio.github.io/myc/
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