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Miriam Alonso
Miriam Alonso

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In der Medizin ist das Profilfoto Teil der Patientenkommunikation, nicht der Selbstdarstellung

Für die meisten Berufe ist das Porträt eine Formalität. In der Medizin trifft es eine Entscheidung, die vor dem ersten Gespräch fällt: ob jemand einen Termin bucht oder weiterscrollt.

Das klingt übertrieben, bis man sich anschaut, wie Patienten tatsächlich suchen. Sie lesen die Qualifikation nicht. Die setzen sie voraus. Was sie abwägen, ist etwas anderes: kann ich dieser Person etwas Unangenehmes erzählen.

Warum das Standardfoto hier scheitert

Die übliche Empfehlung lautet: dunkles Jackett, verschränkte Arme, direkter Blick, neutraler Hintergrund. Das signalisiert Autorität, und Autorität ist genau das, was eine Offenlegung erschwert.

Konkret ändern drei Dinge mehr als die Kleidung.

Die Kamerahöhe. Leicht von unten wirkt dominant, leicht von oben zugänglich. Auf Augenhöhe oder minimal darüber ist der brauchbare Bereich.

Die Hände. Sichtbar und entspannt liest sich offen. Verschränkt liest sich abwehrend. Hinter einem Schreibtisch versteckt liest sich formell.

Das Lächeln muss die Augen erreichen. Das ist keine Stilfrage, sondern ein Grund, mehr Zeit einzuplanen. Die vierzigste Aufnahme ist meist besser als die fünfte, weil bis dahin niemand mehr posiert.

Die Konventionen für Arztfotos gehen das im Detail durch, inklusive der Frage nach Kittel oder nicht, die je nach Fachrichtung unterschiedlich beantwortet wird.

Der Sonderfall Bewerbung um eine Facharztstelle

Wer sich international bewirbt, trifft irgendwann auf ERAS, das US-amerikanische Bewerbungssystem für Assistenzarztstellen. Dort ist das Foto keine Geschmacksfrage, sondern eine Spezifikation: feste Maße, feste Dateigröße, feste Anforderungen an Hintergrund und Kleidung.

Die Vorgaben werden wörtlich durchgesetzt. Ein paar Kilobyte zu groß und der Upload wird abgelehnt, mitten in einem Bewerbungszeitraum, in dem Fristen keine Verhandlungssache sind. Die Details zum ERAS-Foto sind deshalb einmal richtig zu lesen, bevor man den Termin beim Fotografen macht, nicht danach.

Und die Klinik als Ganzes

Bei einer Praxis mit vier Ärzten fällt Uneinheitlichkeit kaum auf. Bei einer Klinik mit sechzig Beschäftigten schon, und zwar sofort: unterschiedliche Hintergründe, unterschiedliche Ausschnitte, unterschiedliche Lichtfarbe in einem Raster.

Das Problem ist selten fotografisch. Es ist ein Terminproblem. Sechzig Menschen an einem Ort zu einer Zeit zu bekommen scheitert an Schichtplänen, und deshalb hängen auf vielen Team-Seiten Bilder aus drei verschiedenen Jahren. Wie sich das praktisch lösen lässt, steht unter Fotos für Teams.

Wer verschiedene Anbieter gegeneinander abwägt: die Vergleiche sind von uns geschrieben, also mit dem entsprechenden Vorbehalt zu lesen. Nützlich sind sie für die Kriterien, nicht für das Ergebnis. Weitere Texte dazu im Blog.

Der Test, der zehn Minuten dauert

Foto auf 48 Pixel verkleinern und anschauen. In der Ergebnisliste einer Arztsuche ist das die Größe, in der die meisten Menschen es je sehen werden, und nicht die, in der Sie es freigegeben haben.


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