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Miriam Alonso
Miriam Alonso

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Warum dein Handy-Bewerbungsfoto deine Nase größer macht, und wie du das löst

Wer ein Bewerbungsfoto mit dem Smartphone macht, macht fast immer denselben Fehler, und der hat nichts mit Licht oder Hintergrund zu tun. Er hat mit Optik zu tun.

Die Hauptkamera eines Handys entspricht ungefähr 24 bis 26 Millimeter Kleinbild. Das ist ein Weitwinkel. Porträts werden traditionell mit etwa 85 Millimeter fotografiert, also mit dem Dreifachen.

Der Unterschied ist nicht der Bildwinkel. Der Unterschied ist die Perspektive, und die hängt ausschließlich vom Abstand ab.

Was da physikalisch passiert

Wenn du auf 50 Zentimeter herangehst, damit dein Gesicht das Bild füllt, ist deine Nase gut zehn Zentimeter näher an der Linse als deine Ohren. Bei 50 Zentimetern Gesamtabstand sind das 20 Prozent Unterschied.

Objekte werden mit zunehmendem Abstand kleiner abgebildet. Also wird die Nase relativ zu den Ohren um genau diesen Anteil vergrößert.

Bei zwei Metern Abstand sind dieselben zehn Zentimeter nur noch 5 Prozent. Das Gesicht wird flacher abgebildet, und genau das nennen Leute dann "professionell aussehend", ohne benennen zu können, was anders ist.

Es ist nichts anderes als Abstand.

Die Lösung ist ein Schritt zurück

Zwei Varianten, beide funktionieren.

Telekamera nehmen. Fast jedes Handy ab Mittelklasse hat 2x oder 3x. Damit stehst du automatisch weiter weg, um dasselbe Bild zu füllen. Wichtig: das muss die echte Telelinse sein, nicht der Digitalzoom. Bei den meisten Geräten ist 2x oder 3x echt, alles darüber ist Beschnitt.

Oder mit der Hauptkamera aus zwei Metern fotografieren und danach zuschneiden. Klingt nach Qualitätsverlust und ist meistens keiner. Ein modernes Handy nimmt mit 12 bis 48 Megapixeln auf. Für ein Bewerbungsfoto brauchst du 600 bis 900 Pixel Breite. Selbst wenn du auf ein Viertel beschneidest, hast du noch mehr als genug.

Zwei Meter fühlt sich beim Fotografieren falsch an, weil das Gesicht auf dem Display klein wirkt. Das ist genau der Punkt.

Das Licht, in einem Absatz

Fenster, seitlich, nicht hinter dir. Du schaust in Richtung des Fensters, die Kamera steht zwischen dir und dem Fenster oder leicht daneben.

Kein direktes Sonnenlicht, weil das harte Schatten unter Augen und Nase wirft. Bedeckter Himmel ist das beste Porträtlicht, das es gibt, und in Deutschland gibt es davon reichlich.

Keine Deckenlampe. Licht von oben legt Schatten in die Augenhöhlen.

Der Hintergrund entscheidet mehr als du denkst

Die eine Regel, die fast nie irgendwo steht: der Hintergrund muss sich von deinen Haaren abheben, nicht von deiner Kleidung.

Dunkle Haare vor einem dunklen Bücherregal verschmelzen. Die Silhouette deines Kopfes verschwindet, und das Bild wirkt matschig, egal wie scharf es technisch ist. Helle Haare vor einem hellen Fenster genauso.

Test: mach einen Screenshot und schau ihn dir in Graustufen an. Wenn dein Kopf keine klare Kante gegen den Hintergrund hat, wird die Farbversion das nicht retten.

Eine glatte Wand ein bis zwei Meter hinter dir ist besser als jeder interessante Raum. Der Abstand sorgt nebenbei dafür, dass der Hintergrund leicht unscharf wird.

Die Checkliste

  1. Zwei Meter Abstand, Telelinse oder hinterher beschneiden
  2. Seitliches Fensterlicht, bedeckter Himmel ideal
  3. Glatte Wand, ein bis zwei Meter hinter dir, kontrastierend zu den Haaren
  4. Kamera auf Augenhöhe, nicht darunter
  5. Selbstauslöser statt ausgestrecktem Arm, sonst bist du wieder bei 50 Zentimetern
  6. Zwanzig Aufnahmen, nicht drei. Der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Porträt ist der Gesichtsausdruck, und der lässt sich nicht planen

Punkt 5 ist der, den alle überspringen, und er macht die ganze Optik-Übung von oben zunichte.

Eine ausführlichere Anleitung inklusive Bildbeispielen gibt es hier.

Nachbearbeitung: weniger als du denkst

Zuschneiden auf Hochformat 4:5 oder 3:4. Helligkeit und Kontrast leicht anpassen. Fertig.

Keine Hautglättung, keine Filter, keine Weichzeichnung. Personaler sehen das, und es wirkt schlechter als eine sichtbare Pore.

Für den Zuschnitt und den Export reicht ein kostenloser Editor im Browser, ohne dass du irgendwas installieren musst.

Wenn du keine Lust auf das alles hast

Verständlich. Der Aufwand oben ist überschaubar, aber er setzt voraus, dass jemand da ist, der auf den Auslöser drückt, und dass du dich vor eine Kamera stellen willst.

Die generierte Variante nimmt etwa 15 Selfies und produziert daraus KI-Bewerbungsfotos im richtigen Format. Interessanterweise gelten dabei dieselben Regeln wie oben, nur für die Eingabebilder: unterschiedliche Hintergründe, unterschiedliche Kleidung, unterschiedliche Tage. Wer 15 Selfies in einer Sitzung im selben Zimmer macht, bekommt sichtbar schlechtere Ergebnisse.

Die Physik verschwindet nicht, sie verschiebt sich nur einen Schritt nach vorne.


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