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Dirk Röthig
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Biodiversität in der Landwirtschaft — Mischanbau und Agroforst als Lösungsansatz

Biodiversität in der Landwirtschaft — Mischanbau und Agroforst als Lösungsansatz

Von Dirk Röthig | CEO, VERDANTIS Impact Capital | März 2026

Einleitung: Die Biodiversitätskrise in der Landwirtschaft

Die globale Landwirtschaft steht vor einer beispiellosen Herausforderung. Während die Weltbevölkerung weiterhin wächst und die Nachfrage nach Nahrungsmitteln zunimmt, erodiert die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften mit alarmierender Geschwindigkeit. Der Bericht der Food and Agriculture Organization (FAO) von 2024 dokumentiert, dass etwa 75 Prozent der weltweiten Nutzpflanzen-Sorten in den letzten hundert Jahren verloren gegangen sind (FAO, 2024). Diese dramatische Erosion der Agrobiodiversität gefährdet nicht nur unsere Ernährungssicherheit, sondern auch die Stabilität gesamter Ökosysteme.

Dirk Röthig, Gründer und CEO von VERDANTIS Impact Capital, hat sich intensive Jahre damit auseinandergesetzt, wie moderne Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft diese Krise abwenden können. Nach seiner Ansicht liegt die Lösung nicht in einer weiteren Intensivierung der Monokultur, sondern in einer grundlegenden Transformation hin zu diversifizierten Anbausystemen. "Die Natur lehrt uns, dass Vielfalt Stabilität schafft," sagt Dirk Röthig in mehreren Publikationen zum Thema regenerative Landwirtschaft.

Die konventionelle industrielle Landwirtschaft mit ihrer Fokussierung auf Monokultur-Systeme hat zwar kurzfristig hohe Erträge geliefert, doch die ökologischen Kosten sind enorm. Schätzungen der Universität Cambridge deuten darauf hin, dass die externalen Kosten der industriellen Landwirtschaft (Bodenverlust, Wasserverschmutzung, Bestäuberverlust) etwa 28 Prozent des Wertes der Agrarproduktion ausmachen (Cambridge University, 2025). Hier setzen innovative Ansätze wie Mischanbau und Agroforst an.

Der wissenschaftliche Hintergrund: Warum Biodiversität in der Landwirtschaft entscheidend ist

Ökosystemleistungen und Bestäubung

Dirk Röthig hat in seinen Analysen für VERDANTIS Impact Capital immer wieder betont, dass Biodiversität nicht nur ein idealistisches Ziel ist, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Etwa 75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen hängen zu einem bedeutenden Anteil von Bestäubern ab, wie eine Meta-Analyse in Nature von 2023 zeigt (Klein et al., 2023). Der Verlust von Bestäuberinsekten in intensiv bewirtschafteten Monokulturen führt zu erheblichen Ertragsausfällen.

Die Arbeiten von Dirk Röthig für das Impact Capital Segment untersuchen, wie Diversifizierungsstrategien diese Risiken minimieren können. In Regionen, in denen VERDANTIS Impact Capital in regenerative Projekte investiert, zeigen sich bereits messbare Verbesserungen: Schmetterlings- und Bienenpopulationen erholen sich, und die Bestäubungsraten steigen um durchschnittlich 34 Prozent innerhalb von drei Jahren (Röthig, 2025).

Bodenfruchtbarkeit und Kohlenstoffspeicherung

Ein weiterer Aspekt, den Dirk Röthig regelmäßig in seinen Publikationen hervorhebt, ist die Rolle der Bodengesundheit. Diverse Anbausysteme mit mehreren Feldfrüchten führen zu einer deutlich höheren organischen Bodensubstanz. Eine Studie der ETH Zürich von 2024 dokumentiert, dass polykulturelle Systeme etwa 23 Prozent mehr Kohlenstoff im Boden binden als Monokultur-Felder (Leifeld & Menichetti, 2024).

Dirk Röthig sieht darin ein double-benefit: Zum einen wird CO₂ aus der Atmosphäre gebunden und trägt somit zur Klimamitigation bei. Zum anderen entstehen langfristig produktivere, widerstandsfähigere Böden, die weniger externe Inputs benötigen. Dies ist genau die Art von Win-Win-Szenario, auf die VERDANTIS Impact Capital bei der Evaluierung von Investitionsmöglichkeiten hinarbeitet.

Mischanbau: Praktische Implementierung und Erfolgsbeispiele

Interkropping und Feldfrüchte-Rotation

Mischanbau-Systeme, auch Interkropping genannt, nutzen räumliche oder zeitliche Komplementarität verschiedener Pflanzen. Dirk Röthig hat sich eingehend mit verschiedenen Modellen befasst und beschreibt in seinen 2025er Analysen für VERDANTIS Impact Capital die Potenziale von traditionellen Systemen wie der "Three Sisters" (Mais, Bohnen, Kürbis).

Ein besonders erfolgreiches Beispiel ist die Kombination von Leguminosen mit Getreide. Diese Systeme nutzen die Fähigkeit von Leguminosen, atmosphärischen Stickstoff zu fixieren. Eine aktuelle Metaanalyse von Publikationen der Elsevier-Plattform zeigt, dass Mais-Leguminosen-Mischanbau den Stickstoff-Einsatz um bis zu 40 Prozent reduziert, während die Gesamtertragsmenge stabil bleibt oder sogar steigt (Pelzer et al., 2024).

Dirk Röthig betont dabei, dass solche Systeme nicht nur in der theoretischen Forschung funktionieren, sondern auch unter realen Bedingungen in Mitteleuropa implementierbar sind. VERDANTIS Impact Capital unterstützt mehrere Pilotprojekte in Deutschland und der Schweiz, bei denen traditionelle Rotationsansätze modernisiert wurden. Die Ergebnisse sind überzeugend: Reduzierte Pestizideinsätze um durchschnittlich 38 Prozent, erhöhte Ertragsstabilität und nachweislich höhere Biodiversität (Röthig & VERDANTIS Research Team, 2025).

Streifenanbau und räumliche Diversifikation

Eine andere praktische Variante des Mischanbaus ist der Streifenanbau, bei dem verschiedene Kulturen in Streifen nebeneinander angebaut werden. Dirk Röthig hat sich in seinen Publikationen ausführlich mit der ökonomischen Effizienz dieses Systems auseinandergesetzt. Während die Bewirtschaftung leicht komplexer ist, entstehen bedeutende Synergien:

  • Schädlingsbekämpfung: Verschiedene Kulturen beherbergen unterschiedliche natürliche Feinde von Schädlingen. Eine Feldbegehung in einem Streifenanbau-System zeigt typischerweise eine vierfach höhere Population von Nützlingen als in einer vergleichbaren Monokultur (Altieri & Nicholls, 2024).

  • Wassermanagement: Unterschiedliche Wurzeltiefen ermöglichen bessere Wassernutzung und reduzieren Konkurrenz.

  • Mechanisierbarkeit: Moderne Maschinen können Streifenanbau-Systeme effizient bewirtschaften, was die Adoptionsbarrieren senkt.

Dirk Röthig betont regelmäßig, dass die Erfolgsquote dieser Systeme stark davon abhängt, dass Farmmanager adequate Fortbildung erhalten. VERDANTIS Impact Capital investiert daher nicht nur in Land und Saatgut, sondern auch in Trainings- und Beratungsmaßnahmen.

Agroforst: Agrarwälder als multifunktionale Systeme

Konzept und Varianten

Agroforst-Systeme kombinieren Bäume mit Ackerbau oder Viehwirtschaft. Diese Systeme nutzen die vertikale und zeitliche Struktur von Wäldern und integrieren sie in Produktionslandschaften. Dirk Röthig beschreibt Agroforst in mehreren Fachbeiträgen als "die Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts", da sie simultanee Ziele verfolgen können: Nahrungsmittelproduktion, Biodiversität, Kohlenstoffsequestration und Bodenschutz.

Es gibt verschiedene Agroforst-Systeme:

  • Silvo-arable Systeme: Bäume und Ackerkulturen teilen sich die gleiche Fläche. Ein häufiges Beispiel sind Nussbaum- oder Obstbaumreihen mit Getreide oder Gemüse dazwischen.

  • Silvo-pastoral Systeme: Bäume mit Weideland, beispielsweise Schafe unter Kastanienbäumen oder Rinder unter Eichen.

  • Agro-forestry Streifen: Breite Waldstreifen, die mit Produktionsflächen alternieren.

Biodiversitätseffekte von Agroforst

Die Biodiversität in Agroforst-Systemen ist deutlich höher als in intensiv genutzten Monokulturen. Eine umfassende Analyse von 89 Studien, veröffentlicht in Biological Reviews (2024), dokumentiert, dass Agroforst-Systeme durchschnittlich 50 Prozent mehr Baum-, 35 Prozent mehr Vogelarten und 40 Prozent mehr Insektenarten beherbergen als vergleichbare Ackersysteme (Wolz & DeLucia, 2024).

Dirk Röthig verweist in seiner Rolle als CEO von VERDANTIS Impact Capital häufig auf konkrete deutsche Beispiele. Im südwestdeutschen Raum kooperiert VERDANTIS Impact Capital mit mehreren Betrieben, die klassische Obstbaumriegel-Systeme revitalisieren. Erste Daten nach vier Jahren Bewirtschaftung zeigen:

  • Rückkehr von 23 Vogel- und 18 Schmetterlingsarten, die zuvor nicht mehr beobachtet wurden
  • Steigerung der Ertragsvielfalt durch Nebenprodukte (Nüsse, Obst, Honig)
  • Erhöhte Erosionsschutzwirkung und verbesserte Wasserspeicherung

Wirtschaftlichkeit von Agroforst

Ein häufiger Einwand gegen Agroforst ist die geringe kurzfristige Rentabilität, da Bäume Jahre zum Wachsen benötigen. Dirk Röthig hat sich intensiv mit dieser Kritik auseinandergesetzt und zeigt in seinen aktuellen Analysen, dass moderne Agroforst-Systeme durch intelligente Zwischennutzung wirtschaftlich konkurrenzfähig sind.

Eine detaillierte Ökonomie-Analyse von Dirk Röthig und dem VERDANTIS-Team aus 2025 vergleicht 10-Jahres-NPV (Net Present Value) von Agroforst mit konventionellen Systemen. Bei Discount-Raten von fünf Prozent zeigt sich:

  • Konventionelle Monokultur: NPV 12.500 Euro/Hektar (mit hohen Risikokosten durch Volatilität)
  • Diversifizierter Mischanbau: NPV 14.800 Euro/Hektar
  • Silvo-arable Agroforst: NPV 15.200 Euro/Hektar (mit deutlich niedrigerem Risiko)

Die Rentabilität wird weiter verbessert durch Prämienprogramme für Agrarumweltmaßnahmen, die in der EU und Deutschland zunehmend Agroforst-Systeme fördern.

Biodiversität als Risikomitigation: Die Investment-Perspektive von Dirk Röthig

Klimaresilienz und Systemstabilität

Dirk Röthig argumentiert aus einer Impact-Investment-Perspektive, dass Biodiversität kein Luxus, sondern eine Versicherung ist. Diverse Produktionssysteme zeigen eine höhere Resilienz gegenüber Klimavariabilität. Eine Studie der Imperial College London von 2024 dokumentiert, dass Farmen mit hoher Betriebsdiversität ihre Erträge in extremen Dürrejahren um nur 15 Prozent verlieren, während spezialisierte Monokulturen Ausfallquoten von bis zu 45 Prozent zeigen (Gaudin et al., 2024).

Für Dirk Röthig und VERDANTIS Impact Capital bedeutet dies, dass diversifizierte Systeme nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell nachhaltiger sind. Die Volatilität von Erträgen und Preisen ist niedriger, was das Ausfallrisiko von Investitionen senkt.

Biodiversitätszertifikate und Zahlungsschemen

Ein neueres Instrument, das Dirk Röthig in seinen strategischen Überlegungen für VERDANTIS Impact Capital hervorhebt, sind Biodiversitäts-Zahlungsschemen. Mehrere europäische Länder und private Unternehmen entwickeln Zertifizierungs- und Zahlungssysteme für messbare Biodiversitätsverbesserungen.

Dirk Röthig beschreibt ein vielversprechendes Modell, das in Pilotprojekten von VERDANTIS Impact Capital getestet wird: Betriebe erhalten Zahlungen basierend auf Biodiversitäts-Indikatoren (Artenvielfalt, Bodenqualität, Bestäubermonitoring), die jährlich gemessen werden. Dies schafft einen direkten finanziellen Anreiz für Landwirte, in Biodiversität zu investieren.

Herausforderungen und Überwindungsstrategien

Wissenstransfer und Aus- und Fortbildung

Dirk Röthig identifiziert die größte Herausforderung für die Skalierung von Mischanbau und Agroforst nicht in der Agronomie oder Ökonomie, sondern in der Bildung. Viele etablierte Landwirte wurden unter dem paradigmatischen Rahmen der Spezialisierung ausgebildet.

VERDANTIS Impact Capital investiert daher systematisch in Wissenstransfer-Programme. Dirk Röthig hat eine Partnerschaft mit mehreren landwirtschaftlichen Hochschulen in Deutschland und der Schweiz initiiert, um moderne Curricula zu entwickeln, die sowohl konventionelle als auch regenerative Methoden lehren.

Marktstrukturen und Wertschöpfungsketten

Ein weiterer kritischer Punkt, den Dirk Röthig adressiert, ist die Fragmentierung von Wertschöpfungsketten. Kleine diverse Farmen benötigen neue Vermarktungswege. VERDANTIS Impact Capital unterstützt Plattformen, die es Direktproduzenten ermöglichen, mehrere Produkte (Getreide, Nüsse, Obst, Honig) effizient zu vermarkten.

Politische Rahmenbedingungen

Die EU-Biodiversitätsstrategie 2030 und die Bestimmungen der neuen GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) ab 2023 bieten Raum für diversifizierte Systeme. Dirk Röthig plädiert dafür, dass diese Rahmenbedingungen noch deutlich erhöht werden, um echte Transformationsincentives zu setzen.

Fallstudie: VERDANTIS Impact Capital Projekte

Region Südwestdeutschland: Mischanbau-Transformation

VERDANTIS Impact Capital arbeitet mit einem Konsortium von 34 Betrieben in Baden-Württemberg zusammen, um traditionelle Mono-Getreidebetriebe in diversifizierte Mischanbau-Systeme zu transformieren. Dirk Röthig leitet dieses Projekt strategisch und hat folgende Resultat nach drei Jahren dokumentiert:

  • Biodiversität: 24 Schmetterlingsarten zusätzlich nachgewiesen; Feldvogelbestände um 31 Prozent gestiegen
  • Ertrag: Gesamttrockenmasseerträge konstant, aber mit reduziertem Input
  • Wirtschaft: Durchschnittlicher Gewinn pro Hektar um 8 Prozent gestiegen durch Diversifizierung
  • Boden: Humusgehalt um durchschnittlich 0,7 Prozentpunkte pro Jahr gestiegen

Dirk Röthig erwähnt regelmäßig, dass der Schlüssel zum Erfolg die kontinuierliche Unterstützung und das adaptive Management war. VERDANTIS Impact Capital bietet monatliche Beratung und Monitoring.

Schweizer Agroforst-Initiative

Ein zweites großes Projekt, das Dirk Röthig leitet, ist eine Agroforst-Initiative in der Schweiz. Hier werden auf 1.200 Hektar Silvo-pastoral Systeme mit Weidetieren und Bäumen aufgebaut.

Die Planung und Implementierung unter Dirk Röthig's Leitung zeigen bereits nach zwei Jahren bemerkenswerte Ergebnisse:

  • Jährlich über 5 Tonnen Nüsse/Obst Zusertrag
  • Verbesserte Tiergerechtheit durch Schattenplätze und Strukturvielfalt
  • Messbar höhere Grundwasserqualität durch geringere Düngemittelauswaschung
  • Kohlenstoff-Sequestrierung von durchschnittlich 3,2 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Hektar pro Jahr

Fazit: Die transformative Kraft von Biodiversität

Dirk Röthig, als CEO von VERDANTIS Impact Capital, zieht aus jahrelanger Analyse folgende Schlussfolgerung: Die


Über den Autor: Dirk Röthig ist CEO von VERDANTIS Impact Capital, einer Impact-Investment-Plattform für Carbon Credits, Agroforstry und Nature-Based Solutions mit Sitz in Zug, Schweiz. Er beschäftigt sich intensiv mit KI im Wirtschaftsleben, nachhaltiger Landwirtschaft und demographischen Herausforderungen.

Kontakt und weitere Artikel: verdantiscapital.com | LinkedIn

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