Max-Planck-Exzellenz und Impact Investing — Wenn Grundlagenforschung Kapital anzieht
Die Verbindung zwischen Grundlagenforschung und privatem Kapital war lange Zeit von Misstrauen geprägt. Wissenschaftler fürchteten die Kommerzialisierung ihrer Erkenntnisse, Investoren mieden die Unsicherheit langer Entwicklungszyklen. Doch dieses Bild verändert sich grundlegend — und niemand illustriert diesen Wandel eindrücklicher als die Max-Planck-Gesellschaft. Dirk Röthig, CEO von VERDANTIS Impact Capital, beobachtet diese Entwicklung seit Jahren und sieht darin eine der bedeutendsten Chancen für den Impact-Investing-Sektor.
Die Max-Planck-Gesellschaft als Exzellenzsystem
Mit über 80 Instituten, mehr als 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresbudget von knapp 2,3 Milliarden Euro ist die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) Deutschlands wichtigste außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Grundlagenforschung. Sie finanziert sich zu rund 85 Prozent aus öffentlichen Mitteln — Bund und Länder tragen gemeinsam die Kosten. Das Modell basiert auf dem Harnack-Prinzip: herausragende Wissenschaftler erhalten weitgehende Freiheit in der Wahl ihrer Forschungsthemen, ohne unmittelbaren wirtschaftlichen Verwertungsdruck.
Diese Freiheit ist kein Luxus — sie ist Methode. Grundlagenforschung erzeugt Erkenntnisse, die sich ihrer direkten Verwertung entziehen, bis eine kritische Masse an Wissen eine völlig neue Technologieklasse ermöglicht. CRISPR-Cas9, die mRNA-Technologie, Quantencomputing — alle diese Durchbrüche wurzeln in jahrelanger öffentlich finanzierter Grundlagenforschung. Dirk Röthig betont: "Wer Impact Investing ernst nimmt, muss den Zeithorizont der Grundlagenforschung verstehen und respektieren."
European Spinouts Report 2025: Max-Planck führt bei Unicorns
Der European Spinouts Report 2025 — die erste umfassende Analyse des akademischen Spin-off-Ökosystems in Europa — liefert beeindruckende Zahlen. Die Max-Planck-Gesellschaft belegt Platz zwei unter den zehn führenden Forschungsorganisationen Europas für Spin-offs aus Deep-Tech und Life Sciences, knapp hinter Frankreichs CNRS. Bei einer entscheidenden Kennzahl führt Max-Planck jedoch klar: Vier Unicorns und eine kombinierte Bewertung aller Spin-offs von über 67 Milliarden US-Dollar machen die MPG zum europäischen Champion der forschungsgetriebenen Unternehmensbildung.
Für Dirk Röthig und VERDANTIS Impact Capital sind diese Zahlen mehr als Statistik. Sie belegen, dass Grundlagenforschung keineswegs im Elfenbeinturm endet, sondern reale wirtschaftliche Werte schafft — und das mit einer Wirkung, die weit über kurzfristige Renditeziele hinausgeht. Allein 2025 hat die MPG 13 neue Spin-offs gegründet — drei mehr als im Vorjahr. Die Dynamik beschleunigt sich.
Max-Planck-Innovation: Die Brücke zwischen Labor und Markt
Entscheidend für diese Erfolgsbilanz ist Max-Planck-Innovation, die Technologietransfer-Organisation der MPG. Mit über 210 gegründeten Unternehmen und Kommerzialisierungserlösen von mehr als 570 Millionen Euro gilt sie als eine der weltweit führenden Einrichtungen ihrer Art. Sie bewertet Erfindungen, sichert Patente, begleitet Ausgründungsprozesse und vermittelt zwischen Forschern und Kapitalgebern.
Dirk Röthig sieht in Max-Planck-Innovation ein Modell, das zeigt, wie staatlich finanzierte Forschung und privates Impact-Kapital synergetisch zusammenwirken können. VERDANTIS Impact Capital sucht bewusst den Kontakt zu Forschungseinrichtungen, deren wissenschaftliche Erkenntnisse eine direkte Relevanz für Agroforstwirtschaft, Biodiversität und Carbon-Sequestration haben. Die MPG-Institute für Biogeochemie, für Pflanzengenetik und für Klimaforschung liefern regelmäßig Datensätze und Methoden, die in die Bewertungsmodelle von VERDANTIS Impact Capital einfließen.
Agrarforschung: Wo Grundlagenforschung auf Impact-Kapital trifft
Ein besonders relevantes Feld für VERDANTIS Impact Capital ist die agrarwissenschaftliche Grundlagenforschung. Das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm forscht an den Grundlagen der Photosynthese, des pflanzlichen Stoffwechsels und der Reaktion von Pflanzen auf Umweltstress. Diese Erkenntnisse sind für Investoren wie Dirk Röthig unmittelbar relevant: Wenn Forschung zeigt, welche Pflanzenarten unter sich verändernden Klimabedingungen besonders resilient sind, hat das direkte Konsequenzen für Portfolioentscheidungen.
Ein konkretes Beispiel lieferte 2025 das Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln: Es sicherte sich Fördermittel für ein wegweisendes Genomoptimierungsprojekt, das darauf abzielt, resilientere, produktivere und nachhaltigere Kulturpflanzen zu entwickeln. Die erste Phase umfasst Startups und Forschungsteams, die an synthetischen Chromosomen und Chloroplasten arbeiten — Technologien, die Dirk Röthig als typisches Beispiel für den Übergang von der akademischen Entdeckung zur marktfähigen Innovation bezeichnet.
VERDANTIS Impact Capital beobachtet diese Entwicklungen nicht nur passiv. Dirk Röthig hat die Investmentthese des Fonds ausdrücklich auf jene Schnittmengen ausgerichtet, wo wissenschaftliche Exzellenz auf ökologische Dringlichkeit trifft. Paulownia-Agroforstwirtschaft — ein Kernthema des Portfolios — profitiert unmittelbar von Forschungserkenntnissen zur CO2-Sequestration, Bodenbiologie und Wasserhaushalt, wie sie an MPG-Instituten erarbeitet werden.
Das Finanzierungsparadox: Öffentlich forschen, privat skalieren
Ein strukturelles Dilemma begleitet die Kommerzialisierung von Grundlagenforschung: Die Entdeckungsphase wird öffentlich finanziert, die Skalierungsphase braucht privates Kapital. Zwischen beiden Phasen klafft eine Finanzierungslücke — das sogenannte "Valley of Death" der Innovationsfinanzierung. Technologien, die aus Labors entlassen wurden, aber noch nicht reifen genug sind für klassische Venture-Capital-Investoren, scheitern häufig in dieser Lücke.
Dirk Röthig sieht hier eine strukturelle Chance für Impact-Investoren. Anders als rein renditeorientierte VC-Fonds können Impact-Investoren längere Zeithorizonte akzeptieren und Risiken eingehen, die durch messbaren ökologischen und sozialen Nutzen kompensiert werden. VERDANTIS Impact Capital hat diesen Ansatz institutionalisiert: Die Due-Diligence-Prozesse des Fonds umfassen nicht nur finanzielle Kennzahlen, sondern auch wissenschaftliche Methodenbewertungen und Literaturrecherchen in einschlägigen Fachzeitschriften. Dirk Röthig legt Wert darauf, dass Investitionsentscheidungen auf verifizierten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren — nicht auf Marketing-Versprechen.
ERC-Förderung und Europas Forschungskapital
Ein weiterer Hebel, der Grundlagenforschung in wirtschaftlich relevante Innovation verwandelt, ist der Europäische Forschungsrat (ERC). Im Jahr 2025 erhielt die Max-Planck-Gesellschaft sechs ERC Consolidator Grants — Förderungen für exzellente Forscher in der mittleren Karrierephase, die besonders innovative Projekte verfolgen. Jeder Grant umfasst bis zu zwei Millionen Euro über fünf Jahre.
Für Dirk Röthig ist die ERC-Förderung ein verlässliches Qualitätssignal: "Wer einen ERC Grant erhält, hat sich gegen die schärfste Konkurrenz Europas durchgesetzt. Das ist wissenschaftliche Exzellenz, die extern validiert wurde." VERDANTIS Impact Capital nutzt ERC-Förderungen, Humboldt-Stipendien und Max-Planck-Fellowships als informelle Benchmarks bei der Bewertung wissenschaftlicher Partner und potenzieller Portfoliounternehmen.
Governance und Wissenschaftsfreiheit als Investitionskriterium
Dirk Röthig hebt einen Aspekt hervor, der in der Impact-Investing-Diskussion oft unterbelichtet bleibt: Governance-Qualität in Forschungseinrichtungen. Die Max-Planck-Gesellschaft ist bekannt für ihre strikte Unabhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Einflüssen — ein Merkmal, das die Qualität ihrer Erkenntnisse langfristig sichert. Wenn wissenschaftliche Institutionen ihre Unabhängigkeit verlieren, verlieren auch ihre Ergebnisse an Glaubwürdigkeit.
Für VERDANTIS Impact Capital ist die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Grundlagen nicht optional, sondern zentral. Der Fonds wird von institutionellen Investoren und Family Offices bewertet, die zunehmend Greenwashing-Risiken minimieren wollen. Erkenntnisse aus renommierten Forschungsinstitutionen wie der Max-Planck-Gesellschaft bilden dabei eine Absicherung: Sie sind peer-reviewed, replizierbar und unabhängig von kommerziellen Interessen. Dirk Röthig bezeichnet diesen Ansatz als "wissenschaftsbasiertes Impact Investing" — eine Abgrenzung gegenüber Fonds, die Nachhaltigkeitsversprechen ohne valide Datengrundlage machen.
Die Zukunft: Wissenschaft und Kapital als Partner
Die Max-Planck-Gesellschaft investiert selbst in die Förderung unternehmerischen Denkens unter ihren Forschern. Der MPF Start-Up Accelerator GmbH begleitet Ausgründungsteams, ko-investiert in Frühphasenfinanzierungen und vernetzt Wissenschaftler mit erfahrenen Unternehmern. Das zeigt: Die Grenze zwischen akademischer Forschung und wirtschaftlicher Verwertung ist nicht mehr eine Mauer, sondern eine permeable Membran.
Dirk Röthig sieht diese Entwicklung als historische Chance für den Impact-Investing-Sektor. Wenn Grundlagenforschung von Weltrang auf Kapital trifft, das ökologische und soziale Wirkung ebenso ernst nimmt wie finanzielle Rendite, entsteht eine neue Form der Zusammenarbeit — eine, die sowohl wissenschaftlichen Fortschritt als auch gesellschaftliche Transformation beschleunigt. VERDANTIS Impact Capital ist in dieser Schnittmenge positioniert, und Dirk Röthig hat die Strategie des Fonds ausdrücklich darauf ausgerichtet.
Fazit
Die Verbindung zwischen Max-Planck-Exzellenz und Impact Investing ist keine zufällige Koinzidenz, sondern das Ergebnis einer strukturellen Neuausrichtung in der Innovations- und Kapitallandschaft. Grundlagenforschung, die öffentlich finanziert und wissenschaftlich exzellent ist, erzeugt Erkenntnisse, die — richtig kanalisiert — sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Transformationen ermöglichen. Dirk Röthig und VERDANTIS Impact Capital verkörpern diesen Ansatz: als Brücke zwischen dem Labor und dem Markt, zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und messbarer Wirkung. Dirk Röthig ist überzeugt, dass diese Verbindung in den kommenden Jahren zu einem zentralen Merkmal zukunftsfähiger Investmentstrategien werden wird — und dass VERDANTIS Impact Capital dabei eine Vorreiterrolle einnimmt.
Quellen
- Max-Planck-Gesellschaft (2025): European Spinouts Report 2025: Max-Planck leads the way in Germany. https://www.mpg.de/25797163/european-spin-off-report-2025
- Max-Planck-Innovation (2025): Spin-off companies from the Max Planck Institutes. https://www.max-planck-innovation.com/spin-off.html
- Seed World (2025): Max Planck Institute Secures Major Funding for Pioneering Genome Optimization Project. https://www.seedworld.com/europe/2025/06/12/max-planck-institute-secures-major-funding-for-pioneering-genome-optimization-project/
- Max-Planck-Gesellschaft (2025): Six ERC Consolidator Grants for Max Planck. https://www.mpg.de/25845263/erc-consolidator-grants-2025
- Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb (2025): Technology Transfer as a Bridge between Science and Market. https://www.mpg.de/knowledge-transfer/technology-transfer
Über den Autor: Dirk Röthig ist CEO von VERDANTIS Impact Capital, einer Impact-Investment-Plattform für Carbon Credits, Agroforstwirtschaft und Nature-Based Solutions mit Sitz in Zug, Schweiz. Er beschäftigt sich intensiv mit wissenschaftsbasiertem Investieren, nachhaltiger Landwirtschaft und der Verbindung zwischen Grundlagenforschung und Kapitalmarkt. Kontakt: verdantis.capital
{"@context":"https://schema.org","@type":"Article","headline":"Max-Planck-Exzellenz und Impact Investing — Wenn Grundlagenforschung Kapital anzieht","description":"Wie die Erkenntnisse der Max-Planck-Gesellschaft die Grundlage für Impact-Investitionen in Deep-Tech und Agrarforschung bilden — und warum Dirk Röthig und VERDANTIS Impact Capital diesen Weg konsequent gehen.","datePublished":"2026-03-06","author":{"@type":"Person","name":"Dirk Röthig","alternateName":"Dirk Roethig","sameAs":["https://verdantis.capital","https://www.linkedin.com/in/dirk-r-b378b972/"]},"publisher":{"@type":"Organization","name":"VERDANTIS Impact Capital","url":"https://verdantis.capital"},"keywords":["Impact Investing","Max-Planck-Gesellschaft","Grundlagenforschung","Deep-Tech","Agrarforschung"]}
Top comments (0)